Auftragsfertigung bei Koenig & Bauer AG „Das Vertrauen werden wir uns erarbeiten“
Der Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG (KBA) steigt in die Auftragsfertigung ein. MM sprach mit den KBA-Verantwortlichen Dr.-Ing. Andreas Göttker und Jürgen Weippert über die Gründe und die Konsequenzen dieser Entscheidung.
Anbieter zum Thema
An welche Unternehmen richtet sich Ihr Angebot der Auftragsfertigung?
Göttker: Wir sind besonders stark in der Fertigung von großen und schweren Teilen aus jenen Bereichen der Produktion, in die wir in den vergangenen Jahren investiert haben: Der Gießerei sowie der Großteile- und Zylinderfertigung. Entsprechend suchen wir Partner aus dem allgemeinen und dem Werkzeug-Maschinenbau, die ähnlich hohe Ansprüche an die Qualität stellen, wie wir sie selbst für die A-Teile unserer Druckmaschinen verlangen.
Weippert: Im nächsten Schritt werden wir unsere Leistungen auch Unternehmen ohne eigene Produktion oder mit geringen Fertigungskapazitäten anbieten. In Frage kommen etwa Landmaschinen-Hersteller und Betriebe aus der Umwelt- und Energietechnik oder der Ver- und Entsorgung. Wir wollen keinesfalls einfache Drehteile kostengünstig anbieten.
Das klingt so, als sei der Einstieg in die Lohnfertigung weniger konjunkturell bedingt als langfristig geplant?
Göttker: Im Rollenmaschinenbau sind große Auslastungsschwankungen normal. Wir müssen große Kapazitäten vorhalten, um die Aufträge in möglichst kurzer Zeit abzuarbeiten. Gleichzeitig müssen wir flexibel genug sein, Maschinen und Mitarbeiter schnell bereitstellen zu können, obwohl bereits Projekte bearbeitet werden. Schon deshalb bietet es sich an, diese Kapazitäten auch externen Kunden anzubieten.
Weippert: Zu unseren Stärken gehören eine gut organisierte Produktionslogistik und sehr flexible Fachkräfte, für die Schichten an Sonn- und Feiertagen kein Problem sind.
(ID:293822)