Werkzeugbau und Spritzgießen

Das Werkzeug ist das Dopamin fürs Spritzgießen

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Werkzeugbau bleibt eine Herausforderung

Beim Spritzgießprozess wird durch eine Art Extruderschnecke das meist feste, als rieselfähiges Granulat vorliegende Kunststoffmaterial zunächst geschmolzen und anschließend in die sogenannte Kavität (den formgebenden Hohlraum) des Werkzeuges durch Vorwärtsbewegung der Schnecke quasi injiziert. In dieser Phase wirken Schließkräfte, die Drücke von um die 4000 bar erzeugen, auf die von der Maschine elektrisch oder hydraulisch zusammengepressten Formhälften. Die Kunststoffmasse wird dabei mit einem Einspritzdruck von ungefähr 2000 bar eingespritzt. Diese Eckdaten deuten schon auf die enorme Belastung hin, denen die Werkzeuge während des Prozesses ausgesetzt sind. Für den raschen Abkühlvorgang ist die Werkzeugwand außerdem auf eine optimale, dem Kunststoff entsprechende Temperatur zu bringen. Das erfolgt durch ein Temperierkanalsystem im Werkzeug. Eine effiziente Temperierung ist dabei für das möglichst kurze Abkühlen entscheidend. Dazu sollten die Kühlmedium führenden Kanäle vor allem in gleichmäßigem Abstand um das Produkt verlaufen, was eine konstruktive Herausforderung bedeutet, die viel Erfahrung voraussetzt.

Werkzeugbau-Experten sichern Standorte in Europa und Deutschland

Besonders dem Bau und der Konstruktion der Werkzeuge kommt deshalb eine maßgebliche Bedeutung zu, denn sie sind mitentscheidend für den Unternehmenserfolg durch die Fertigung von Kunststoffteilen: eine unzureichende Qualität des Werkzeugs und folglich der Teile, kann leicht zu wirtschaftlichen Einbußen sowie einem Ansehensverlust des Unternehmens führen. Entsprechend hoch ist die Bedeutung, auf starke Werkzeugbaupartner setzen zu können sowie auf versierte Maschinenhersteller, Werkstofflieferanten und Peripherieexperten.

Gute Werkzeuge waren lange eine Domäne der Schweizer mit ihrem ausgeprägten Sinn für Präzision. Wenn man einen bekannten Maschinenhersteller wie Arburg Loßburg nach den stärksten Werkstoffmachern fragt, dann fallen Namen wie Foboha, Kronacher, Männer, Rico, Stamm, Tanner oder Zahoransky. Jedoch geriet deren Vormachtstellung besonders durch osteuropäische und asiatische Lieferanten mit wesentlich preisgünstigeren Werkzeugen durchaus in Bedrängnis. Um Europa und Deutschland für die Herstellung von Spritzgießwerkzeugen und Kunststoffteilen weiterhin attraktiv zu halten, sind Werkzeugbauer und Kunststoffteilehersteller auf Techniken angewiesen, die Zeit und Kosten sparen.

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