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Machbar wird, was bisher unmöglich schien
Im Bedarfsfall kann das Werkzeug durch Nachbehandlung noch auf über 50 HRC (Rockwell-Härte) gehärtet werden. Die daraus resultierenden mechanischen Eigenschaften garantieren hohe Verschleißfestigkeit und reduzieren den Wartungsaufwand. Diese Technik setzt der Autozulieferer Magna schon in seinem tschechischen Werk ein. Dort wird unter anderem eine Mittelarmlehne gefertigt, bei der die konturnahe Kühlung die bisherige Zykluszeit um 17 % verkürzt hat.
Ein anderes Beispiel sind Handyschalenstecker, die Salcomp in Indien fertigt. Arumugam Narayanaswami, Einkäufer bei Salcomp, bemerkt:„Die Produktion mittels additiver Verfahren hat sich als ideal erwiesen.“ Das Ergebnis ist ein von 14 auf 8 s verringerter Produktionszyklus, der mit einer um über 56.000 Einheiten erhöhten Stückzahl einhergeht.
Auch in Deutschland findet dieses Verfahren Beachtung: So beschäftigten sich die FWB Kunststofftechnik GmbH und die LBC Laser-Bearbeitungs-Center GmbH mit additiven Fertigungsverfahren für Spritzgießwerkzeuge und stellte so ein Werkzeug mit 16 Kavitäten her. Mit keinem anderen Verfahren lassen sich die nötigen Kühlkanäle in den formgebenden Werkzeugeinsätzen so frei und nahe an die Teilekontur heranführen, meinen die Verantwortlichen. Ralph Mayer, geschäftsführender Gesellschafter von LBC, erläutert: „Auch in diesem Fall sind die Zykluszeit und die Teilequalität besser als mit konventionell geschaffener Kühlung.“ Eine gut Beobachtung des Wettlaufs um kürzere Zykluszeiten, gelingt etwa auf Messen wie der Euromold, Fakuma oder der Molding Expo. Dort wird rasch deutlich, wie heiß umkämpft der Markt für produktionssteigernde Spritzgießwerkzeuge heute ist. Für deutsche Werkzeughersteller gilt einmal mehr die Devise, know-how-technisch stets die Nase vorn zu haben. MM
* Dr. Thomas Isenburg ist freier Wissenschaftsjournalist in 44629 Herne
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