Top-Thema Daten als Geschäftsmodell: Endlich den Schatz heben

Autor: M. A. Benedikt Hofmann

Die Erhebung, Auswertung und Interpretation von Daten birgt auch für die mittelständische Industrie großes Potenzial. Dabei gilt es allerdings, einiges zu beachten und an mancher Stelle neu zu denken. Das behandeln wir in unserem aktuellen Top-Thema.

Daten können zum Rohstoff des 21. Jahrhunderts werden. Aber nur dann, wenn sie richtig genutzt werden.
Daten können zum Rohstoff des 21. Jahrhunderts werden. Aber nur dann, wenn sie richtig genutzt werden.
(Bild: ©Agungmalang - stock.adobe.com)

Können Sie es noch hören, die Reden von Daten als Rohstoff des 21. Jahrhunderts? Digital­evangelisten und Transformationsberater sprechen gerne davon. Und selbst Politiker haben diese Floskel schon gelernt. Die Prominenteste unter all jenen, die diesen Satz je gesagt haben, und möglicherweise sogar dessen Begründerin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es war im Jahr 2016, als sie ihn in einer Videobotschaft im Vorfeld der Cebit genutzt hat. Wird man mit einem Begriff derart inflationär überschüttet, stellt sich schnell nicht nur eine Gewöhnung, sondern manchmal sogar eine aktive Ablehnung ein.

Das wäre in diesem Fall sehr schade, nein sogar problematisch. Denn auch wenn inflationär benutzt, an der Richtigkeit des Ausspruchs kann es keinen Zweifel geben. Daten sind ein neuer, gerade für die Industrie sehr wichtiger Rohstoff, der die Grundlage für gänzlich neue Geschäftsmodelle liefern wird.

Oder sagen wir besser nicht die Daten, sondern das, was man daraus macht. Beim Verschleiß in die Zukunft sehen, Bestellungen vorausschauend planen oder ganze Produktionsprozesse neu strukturieren – das alles wird möglich, wenn man Daten sammelt, pflegt und auswertet.

Von Chancen und Risiken

Das sind nur einige Beispiele dafür, welche Chancen aus Daten entstehen können. Aber nur dann, wenn man das Thema richtig angeht. Das Beispiel Cebit zeigt ja sehr deutlich: Nur weil man „digital“ auf etwas schreibt, wird es nicht automatisch erfolgreich. Es braucht klare Ideen und Visionen, um den in unserem Titel angesprochenen Schatz zu heben. Die Produktentwicklung muss neu gedacht werden und auch das Verhältnis von Anbieter und Kunde verändert sich durch die digitale Dimension. Schließlich spielt natürlich gerade in Deutschland das Thema Datenschutz eine besondere Rolle. Wo liegen die Daten, wer hat darauf Zugriff und wem gehören sie? Das sind Fragen, die in Zukunft manches Verkaufsgespräch bestimmen werden. Es gibt also viel zu tun und auch viel zu gewinnen. Deshalb widmen wir dieses Titelthema auch den Daten als Geschäftsmodell. Angefangen bei ihrem Wert für Unternehmen bis hin zur europäischen Digitalinfrastruktur GAIA-X. Damit Sie damit beginnen können, den Datenschatz zu heben.

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Über den Autor

M. A. Benedikt Hofmann

M. A. Benedikt Hofmann

Chefredakteur MM MaschinenMarkt