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Kompressorprofile gewinnen an Bedeutung
Die Einschätzung zum Potenzial der Schraubenprofile ist bei den Herstellern sehr unterschiedlich. Volker Thomassen vom Product Marketing bei Almig Kompressoren: „Das Optimierungspotenzial im Bereich der öleingespritzten Schraubenprofile ist mit Sicherheit nicht so hoch wie die Optimierungspotenziale imBereich der anderen Komponenten innerhalb eines Kompressors.“
Ein Gegenbeispiel liefert Atlas Copco: „Mit unserer neuen GA-Baureihe öleingespritzter Schraubenkompressoren konnten wir durch mehrere konstruktive Verbesserungen den Energiebedarf um 11% verringern“, sagt Reimund Scherff, Business Line Manager Oil-free Air bei Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik. Allein die neuartige Konstruktion des Verdichtungselementes ist für die Hälfte der Energieeinsparung verantwortlich.
Neues Schraubenprofil reduziert volumetrische Verluste
Sichergestellt wird das durch ein neues Schraubenprofil, das durch seine Asymmetrie volumetrische Verluste deutlich reduziert. Darüber hinaus wurden der Wasserabscheider ins Kühlsystem integriert, drehzahlgeregelte Lüftermotoren eingesetzt und die Standzeit des Ansaugfilters verdoppelt.
Nach Aussage von Scherff hat sich bei Schraubenkompressoren das sogenannte 6- + 4-Schraubenprofil als sehr energieeffizient herausgestellt. Dieses Profil arbeitet mit einem sechs- und einem vierzahnigen Rotor.
„Die Steifigkeit dieser Paarung trägt zur Energieeffizienz erheblich bei“, erklärt der Drucklufttechnik-Experte.Das richtige Profil ist einer von vielen Detailpunkten im Kompressorsystem“, ordnet Jürgen Hütter, Leiter Produktmarketing bei Boge Kompressoren, die Bedeutung des Themas ein. Bei Boge setzt man in diesem Punkt auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung. „Während sich manche stoisch auf betagte Schraubenprofile stützen, nutzen wir ständig neue Entwicklungen, um unsere Anlagen zu optimieren“, so Hütter weiter.
Ölfreie Kompressoren mit Wassereinspritzung auf dem Vormarsch
Wichtig ist die Verbesserung der Geometrie im Bereich der Schraubenkompressoren auchwegen eines Trends bei der Kühlung: Es kommen immer mehr ölfreie Systeme mit Wassereinspritzung auf den Markt. Wurde vor einigen Jahren die Erzeugung ölfreier Druckluft noch in vielen Fällen als unnötig, unwirtschaftlich und teuer eingestuft, schreiben heute viele Hersteller bei der Neuplanung oder Modernisierung ihrer Druckluftversorgung ganz selbstverständlich den extrem kleinen Rest-ölgehalt der Druckluft nach Klasse 1 der DIN ISO 8573-1 vor.
Die veränderte Nachfrage hat Rückwirkungen auf die Bedeutung der Effizienz der Schraubenprofile: „Bei diesen wassereingespritzten Verdichterstufen ist mit Sicherheit ein noch höheres Optimierungspotenzial über die Geometrie zu erzielen, als es gegenwärtig bei den ölgeschmierten Verdichterstufen gegeben ist“, erläutert Volker Thomassen von Almig. Unschlagbar seien die wassereingespritzten Verdichterstufen schon heute, was die Verdichtungsendtemperatur anbelangt. Mit Temperaturen von 40 bis 50 °C lägen sie sehr nahe an der isothermen Verdichtung und damit etwa 50% niedriger, als es bei öleingespritzten Systemen der Fall ist.
Steigende Energiepreise machen energieeffizienteren Druckluftsystemen attraktiver
Dass der Trend zu energieeffizienteren Druckluftsystemen anhalten wird, steht für Michael Bahr vonKaeser außer Frage: „Vor allem durch das Ansteigen der Energiepreise werden immer mehr Anwender auf das hohe Effizienzpotenzial aufmerksam, das moderne Drucklufttechnik bietet. Der Trend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen.“
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