Work-Life-Balance Denken und unterhalten im Homeoffice der Zukunft

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Im Rahmen des Designwettbewerbs „Homeoffice 2020 – das wandelbare Arbeitsmöbel“ hat das Fraunhofer Umsicht am 2. Juli 2014 die drei vielversprechendsten Ideen für das Projekt Thinktainer prämiert. Der moderne Heimarbeitsplatz soll die sich ändernden Bedingungen mit berücksichtigen.

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Der Thinktainer kann im Standby-Modus als Stehtisch benutzt werden.
Der Thinktainer kann im Standby-Modus als Stehtisch benutzt werden.
(Bild: Fraunhofer Umsicht/Lasse Lochmahr, Thomas Müller)

Familie und Work-Life-Balance erfordern ein Umdenken in der Gestaltung optimaler Arbeitsbedingungen mit freier Zeiteinteilung und Ausrichtung an der persönlichen Leistungskurve. Fraunhofer Umsicht entwickelt mit dem Thinktainer einen modernen Heimarbeitsplatz, der die sich ändernden Bedingungen berücksichtigt. Am Design des Möbels beteiligt sein werden die Gewinner des von Fraunhofer Umsicht ausgelobten Designwettbewerbs „Homeoffice 2020 – das wandelbare Arbeitsmöbel“.

In wenigen Schritten Form und Funktion ändern

Juniorkreative aus über 30 Hochschulen und Fachhochschulen waren aufgerufen, ihre innovativen Vorschläge einzureichen. Die Jury, die sich aus führenden Vertretern der Fraunhofer-Gesellschaft aus den Forschungsschwerpunkten Materialsysteme, Prototyp-Design-Interaktion, Gender und Diversity in Organisationen, Responsible Research and Innovation sowie Informationstechnik zusammensetzt, hat aus den eingereichten Entwürfen die drei innovativsten ausgewählt. Im Vordergrund der Bewertung stand die Frage, wie mit möglichst wenigen Schritten aus „Klein“ ein „Groß“ – und umgekehrt – werden kann. „Darüber hinaus spielte die Formensprache eine wesentliche Rolle bei der Auswahl. Das Gesamtdesign soll mit unterschiedlichsten Einrichtungsgeschmäckern harmonisieren“, erklärt Martin Distelhoff von Fraunhofer Umsicht, Mitglied der siebenköpfigen Jury.

Mit einem Handgriff verschiedene Arbeitsmodi

Den dritten Platz belegte die zukünftige Innenarchitektin Laura Beier aus Halle (Saale) mit ihrem Konzept zu einem multifunktionalen, frei einstellbaren Tisch mit integriertem Tank zum Verstauen verschiedenster Gegenstände. Auf Platz zwei folgten die Industrie-Design-Studenten Max Koch und Benedict von Spankeren aus Darmstadt. Ihr mit einem ausgeklügelten Mechanismus ausgestatteter Schreibtisch bietet eine große übersichtliche Arbeitsfläche, die sich mit einem Handgriff samt darauf befindlichem Arbeitsmaterial wie Notebook platzsparend einklappen lässt. Lasse Lochmahr und Thomas Müller, beide Studenten an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd, haben mit ihrem Entwurf die Dinge auf den Kopf gestellt.

Arbeitsmaterial außerhalb der Reichweite von Kindern

Der Gewinnerentwurf sieht eine Platzierung des Thinktainer über Kopfhöhe vor, der somit nicht ständig im Blickfeld ist, wodurch der Fokus in Arbeitspausen ganz auf das Familienleben gerichtet werden kann. Per Federsystem fährt eine Arbeitsplatte in die gewünschte Position, auch stehendes Arbeiten ist dadurch möglich. Der Clou ist, dass sich so das Arbeitsmaterial außerhalb der Reichweite kleiner Kinder befindet und trotzdem aktiv ist. Die im Gehäuse-Kasten angebrachte Beleuchtung ermöglicht ein Arbeiten ohne Schattenwurf. „Die Form geht einher mit der Funktionalität. Der Entwurf von Lasse Lochmahr und Thomas Müller sieht vor, dass sich der Thinktainer nicht in den Vordergrund drängt, gleichzeitig aber jederzeit positiv wahrnehmbar ist. Er erfüllt seinen Zweck und schmeichelt seinem Nutzer – funktional und visuell. Die Zielvorgaben wurden sämtlich aufgenommen und umgesetzt“, begründet die Jury ihre Wahl.

Die Ehrung der Preisträger fand am 2. Juli 2014 im Rahmen der Verleihung des Umsicht-Wissenschaftspreis statt. Der erste Platz durfte sich über ein Preisgeld von 2000 Euro freuen, Platz zwei und drei bekamen einen Scheck über 1500 Euro beziehungsweise 1000 Euro überreicht.

Im nächsten Schritt wird gemeinsam mit dem Designer Felix von Looz sowie der Gruppe Anwendungsentwicklung bei Fraunhofer Umsicht ein Gesamtkonzept zur Entwicklung eines Prototypen des Thinktainer erstellt.

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