GF Agie-Charmilles

Dentaltechnik sieht Vorteile durch serienmäßige Fertigung

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Der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie (VDDI), Dr. Martin Rickert, äußerte sich anlässlich der IDS 2011 zu digitalen Hightechverfahren mit der CAD/CAM-Technik dahingehend, dass der wissenschaftliche und technische Fortschritt heute sämtliche Disziplinen der Zahnheilkunde erfasse. Das bedeutet, dass für die wirtschaftliche Effizienz des Teams aus Zahnarzt und Zahntechniker heute auch digitale Verfahren immer wichtiger werden.

Rigides Traditionsverständnis bremst oft neue Möglichkeiten

Den Anwendern stehen heute moderne, digitale Methoden zur Verfügung, die eine passgenaue und dabei wirtschaftliche Gestaltung und Herstellung von Kronen- und Brückengerüsten sowie die Herstellung komplexer, implantatgetragener Suprastrukturen ermöglichen. Wer heute nach den Kombinationsmöglichkeiten von Dentaltechnik mit industriellen Fertigungsverfahren fragt, stößt aber rasch auf Vorbehalte, die viele Zahntechniker haben.

Das traditionelle Verständnis vom eigenen anspruchsvollen und vielseitigen Handwerk ist stark verwurzelt und der CAD/CAM-Weg wird eher von einer Minderheit begrüßt. Existenzsorgen und Ärger mit den Margen sind nicht zu überhören und werden in branchenspezifischen Foren diskutiert.

3D-Scanner für den Mund erspart Gipsmodell

Ein heißes Thema sind 3D-Scanner, vor allem die noch in der Entwicklung befindlichen Intraoralscanner (Mundscanner). Bei einem stationären optoelektronischen 3D-Scanner wird das Gipsmodell abgetastet und digitalisiert. Es entstehen STL-Daten.

Ein Mundscanner wird vom Zahnarzt per Hand im Mund des Patienten geführt. Das Verfahren kommt ohne Gipsmodell aus. Für Bezugslinien, Koordinaten, Orientierungspunkte, die die genaue Lage eines Bereichs oder einer Position im Kieferbogen definieren, sind zusätzliche Sensoren im Griff des Mundscanners enthalten. Für Labors, die noch keine eigenen Geräte haben, hat Millhouse einen Service, der die Nutzung von stationärer Technik und Mundscannern ermöglicht.

Moderne Fertigungszelle produziert Zähne rund um die Uhr

Im April 2011 lieferte GF Agie-Charmilles eine weitere Anlage zur Steigerung der Produktivität: eine vollständig automatisierte Fertigungszelle für individuellen Zahnersatz. Außer der CNC-Fräsmaschine Mikron HSM 400U LP (Bild 2) wird Hard- und Software von System 3R, Robotec Solutions und Open Mind verwendet. Ein Magazin mit 22 Ablagen für Rohlinge mit einem Scheibendurchmesser von 110 mm (GPS 120) und 273 Plätzen für Auffangschalen für fertiggefräste Zahnteile steht bereit.

Im Magazin arbeitet Roboter von Fanuc, der vor dem Fräsen den Rohling an den Arbeitsraum der Maschine übergibt und danach eine codierte Auffangschale unter den Arbeitsbereich hält sowie den Zahnersatz im Magazin ablegt (Bild 3), zum Beispiel eine dreigliedrige Zahnbrücke. Zugleich wird ein Sticker für diese Ablage ausgedruckt. Auch bei der neuen Anlage zeigte sich, dass die Zelle, die mit individueller und anwendungsgerechter Automationstechnik arbeitet, sehr flexibel einsetzbar ist. Der sechsachsige Roboter beschickt dabei die Maschine sowie das Regal und sorgt bislang für eine reibungslose Produktion rund um die Uhr (Bild 5).

* Klaus Malle ist Fachjournalist, Ronny Schroeder ist Leiter Marketing und Kommunikation bei der GF Agie-Charmilles GmbH in 73614 Schorndorf

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