Kunststofftechnik

Der Blitzbinder – ein Kunststoff-Klassiker

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Arburg oder nichts

Zum anderen ist für den Firmenchef die gute Zusammenarbeit mit dem Werkzeugbauer unerlässlich. Die Anforderungen sind hoch: Ein Werkzeug muss trotz Dauerbetrieb eine jahrelange Standzeit bieten und kostet gern einmal 40.000 Euro. Über 50 Werkzeuge liegen in der Johannes-Kepler-Straße im Lager bereit. Innovationen sind hier weniger gefragt, auf Standfestigkeit und Verlässlichkeit kommt es an. Tradition und Verlässlichkeit lauten auch die Schlagwörter beim Maschinenpark: „Wir produzieren ausschließlich auf Arburg-Maschinen.“

Das passt gut, denn auch Arburg ist in den Jahren nach dem Krieg mit seinen ersten Spritzgießmaschinen auf den Markt gekommen. Von den 1950er-Jahren bis heute hat sich der Maschinenbauer zu einem weltweit führenden Hersteller für die Serienfertigung von Kunststoffteilen mit vielen mittelständischen Abnehmern hochgearbeitet.

Auch wenn Robot-Systeme, Turnkey-Lösungen oder hybride Hochleistungs- oder Hochpräzisionsmodelle – Differenzierungsmerkmale von Arburg heute – für die Herstellung von Kabelbindern keine Rolle spielen, ist die Bodenständigkeit ein Garant für ein gutes Geschäft: Regelmäßig wird der Maschinenpark in Herrenberg mit Arburg-Maschinen modernisiert.

Wachstum, aber lieber langsam

Trotz dieser Kontinuität ist für Björn Lefnaer das Erbe des Vaters nicht ganz einfach fortzuführen. Er sagt über sich selbst: „Ich habe eigentlich kein Talent im Maschinenbau. Mein Vater hatte die große Ader für Technik. Für die Firma wäre eine technische Ausbildung zwar besser gewesen, doch meine Begabung ist es nicht.“ Dennoch liegt heute die Verantwortung für Produktion, Vertrieb, Geschäftsführung in seiner Hand. Und das mit vorzeigbarem Erfolg.

Zwar redet Lefnaer nicht gerne über Zahlen, er lässt aber durchblicken, dass der Umsatz mit den kleinen Kunststoff-Klassikern im zweistelligen Millionenbereich liegt. Mittlerweile mehr als 20.000 Direktkunden führen dazu, dass die Schwaben keine Krisen kennen: „Selbstverständlich sind wir von der Konjunktur abhängig. Aber ich kann mich weder an einen signifikanten Einbruch noch an große Wachstumssprünge erinnern.“ Dennoch sei für ihn ein Wachstum wünschenswert, allerdings ohne daraus einen Zwang zum Wachstum abzuleiten.

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