Unternehmenskultur

Der Chef prägt den guten Ruf der Firma

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Um auch wirklich das ganze Haus durchdringen zu können, müssen die für das Unternehmen festgelegten Werte schriftlich fixiert und intensiv kommuniziert werden. Und: Sie müssen von der Führung vorbildlich vorgelebt werden.

Führungskräfte müssen Werte der Unternehmenskultur vorleben

Das ist zwar das Allerwichtigste, aber beileibe nicht überall selbstverständlich. Wertekataloge lesen sich häufig sehr schön und sehen auf Hochglanz-Papier auch ganz toll aus. Aber leider finden sie viel zu häufig nicht den Weg zum Mitarbeiter und in den Unternehmensalltag (und damit auch zum Kunden), weil sie von der Führung nicht vorgelebt und mit Leben erfüllt werden.

Wenn der Chef die Befolgung der festgelegten Regeln bei seinen Mitarbeitern immer wieder anmahnt, diese aber selber nicht einhält, dann wird sich in diesem Unternehmen keine gesunde Kultur entwickeln. Und noch schlimmer: Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit kommt sehr schnell beim Kunden an, der ganz genau spürt, wenn Versprechungen nicht eingehalten werden.

Die Voraussetzung, dass Unternehmenskultur überhaupt entstehen kann, ist also die Vorbildfunktion der Führungspersönlichkeiten. Freilich ist es nicht einfach, als Chef permanent Vorbild zu sein. Gerade deshalb sollten sich Führungskräfte immer mal wieder sehr bewusst für diesen so bedeutenden Aspekt sensibilisieren.

Führungskräfte müssen regelmäßig über ihre Vorbildfunktion nachdenken

Dafür sollten sie als monatlich wiederkehrende Aufgabe in ihre Planung aufnehmen, dass sie zu einem festen Termin darüber nachdenken, wie es um die Unternehmenskultur und vor allem um die Vorbildfunktion bestellt ist. Denn: „Wie will man andere führen, wenn man sich selbst nicht im Griff hat?“ (Peter F. Drucker) Dazu gehört das Hinterfragen der eigenen sozialen und personalen Kompetenz:

  • Wofür stehe ich? Welche Werte und Einstellungen sind mir wichtig?
  • Wie lebe ich diese Werte – vor allem im Führungs-Alltag?
  • Wie teamfähig bin ich? Wie gehe ich mit anderen Menschen um, wie kommuniziere ich mit ihnen?

Wer sehr dominant führt und nur die eigenen Wünsche und Vorstellungen durchzusetzen versucht, erzeugt eine gänzlich andere Unternehmenskultur als derjenige, der die Menschen um sich herum partnerschaftlich einbezieht. Ebenso entscheidend sind beispielsweise die Berechenbarkeit des Führenden, die Kontinuität seines Handelns, sein Menschenbild, seine Kontaktfähigkeit und viele andere Werte und Eigenschaften.

Unternehmenskultur wirkt über das Unternehmen hinaus

Zwischen all dem besteht eine Wirkungskette: Was die Führungskräfte im Unternehmen vermitteln und durch ihr Verhalten bewirken, prägt Mitarbeiter und damit die Unternehmenskultur. Es geht aber in einem zweiten Schritt auch über die Firmengrenzen hinaus, erreicht Kunden, Geschäftspartner, Öffentlichkeit und die Stammtische in der Region.

Der Chef bestimmt also letztlich auch den Ruf einer Firma oder ihrer Marke. Dies muss für ihn der Maßstab für sein Handeln und Verhalten sein. Denn die Außenwirkung entscheidet verstärkt darüber, ob ein Unternehmen gute Mitarbeiter und neue Kunden gewinnt.

Werner Bayer ist Vorstand der Helfrecht Unternehmerische Planungsmethoden AG in 95680 Bad Alexandersbad.

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