Anbieter zum Thema
Kaum MRK-Anwendungen in der Produktion
Nach diesen Definitionen kommt die Studie zu dem Schluss, dass es bisher kaum zu Mensch-Roboter-Kollaborationen in der Produktion kommt. Am verbreitetsten ist die Koexistenz zwischen Werker und Roboter; hier arbeiten die Roboter sehr zuverlässig.
Obwohl bisher kaum Mensch-Roboter-Kollaborationen in der Produktion zu finden sind, zeigt ein zentrales Ergebnis der Untersuchung, dass die neue Technologie wirklich funktioniert. Davon konnten sich die Forscher in den persönlichen Gesprächen überzeugen. Zwar wird die Technologie keineswegs infrage gestellt, doch zeigen sich noch einige Unsicherheiten bei der Einführung. Eine betrifft die Arbeitssicherheit: Welche Normen und Richtlinien gilt es zu beachten? Zudem entpuppte sich für die Unternehmen der Aufwand für den schutzzaunlosen Einsatz als deutlich höher als anfangs erwartet. Außerdem gilt es zu eruieren, welche Aufgaben der Leichtbauroboter erledigen kann, denn damit sich die Anschaffungskosten eines LBR lohnen, muss der neue „Arbeitskollege“ ausgelastet sein.
Die Rolle der Wirtschaftlichkeit
Natürlich stellte das Fraunhofer-IAO auch die Frage nach den Beweggründen für die Einführung von Robotern in der Produktion. Nicht verwunderlich ist, dass die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit an erster Stelle steht. Allerdings muss hier laut Studie andere Regeln zugrunde gelegt werden als bei herkömmlichen Automatisierungen. Je nach Unternehmen und Branche schwanken die geforderten Amortisierungszeiten für Investitionen. Oftmals liegen diese beispielsweise bei Automobilherstellern bei Werten von bis zu einem Jahr. Bei der Mensch-Roboter-Kooperation machen die meisten Unternehmen jedoch Ausnahmen, denn die neue Technologie muss erst kennengelernt und erprobt werden. Auch spielen hier nicht monetär bewertbare Gründe ein Rolle. Dazu zählen unter anderem die Verbesserung der Ergonomie und somit die physische Entlastung der Mitarbeiter, die Verbesserung der Qualität, beispielsweise durch saubere Verklebungen und Prozesssicherheit, sowie die Erhöhung der Stückzahlflexibilität.
Im Bezug auf die Investitionshöhe sehen die Fraunhofer-Forscher ein Drittel der Gesamtinvestitionen bei der Anschaffung des Leichtbauroboters, die restlichen zwei Drittel der Summe fließen in die robotergerechte Materialbereitstellung und die Gewährleistung inklusive des Nachweises der Sicherheit für den Montagemitarbeiter. Die Studie weist explizit darauf hin, dass die Materialbereitstellung bei der Umstellung von rein manuellen Arbeitssystemen zu einer Materialbereitstellung für einen Leichtbauroboter eine nicht zu vernachlässigende Kostenposition ist.
(ID:44319753)