Cideon Der Mehrwertstifter für die Digitalisierung

Von Stefanie Michel 5 min Lesedauer

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Als SAP-Entwicklungspartner und Autodesk-Reseller begleitet Cideon bereits viele Firmen auf dem Weg der Digitalisierung. Doch mit der Eröffnung des Thinklabs „Upspace“ geht man einen Schritt weiter zum Lösungsanbieter. Wir haben uns über die Hintergründe mit Geschäftsführer Rolf Lisse unterhalten.

Der Maschinenbau-Ingenieur Rolf Lisse verantwortet seit Mitte 2022 die Geschäftsführung von Cideon. Er ist dort bereits seit 2007 tätig und wird er das Unternehmen entlang seinen Lösungen in CAD, PDM und der SAP-Integration breiter aufstellen.(Bild:  Valéry Kloubert)
Der Maschinenbau-Ingenieur Rolf Lisse verantwortet seit Mitte 2022 die Geschäftsführung von Cideon. Er ist dort bereits seit 2007 tätig und wird er das Unternehmen entlang seinen Lösungen in CAD, PDM und der SAP-Integration breiter aufstellen.
(Bild: Valéry Kloubert)

Wie kam es zur Idee für das Upspace?

Rolf Lisse: Für uns ist das Upspace eine Darstellung unserer Leistung. Eigentlich wollten wir das mit echter Hardware umsetzen; mit Anlagen, die etwas montieren. In der Detailplanung hat sich aber gezeigt: Wir können nicht von Digitalisierung reden und dann alles mit realer Hardware aufbauen. Deshalb haben wir uns auf eine Darstellungsform mit Virtual-Reality-Unterstützung konzentriert.

Was unterscheidet das Upspace vom Rittal Innovation Center – ebenfalls aus der Friedhelm Loh Group? Auch hier steht die digitale Transformation im Mittelpunkt.

Wir wollen die Durchgängigkeit zeigen – und zwar rein digital. Darauf aufbauend beraten wir hinsichtlich Software und Prozessoptimierung. Im Rittal Innovation Center steht der Dialog über Prozessschritte in der Kombination aus Software plus Rittal-Automatisierungstechnik im Vordergrund, zum Beispiel anhand einer realen Schaltschrankproduktion. Besucher können eigene Projekte mitbringen, Maschinen live testen und Optimierungsmöglichkeiten erarbeiten. Zudem gibt es Einblicke in IT- und IIoT-Lösungen bis hin zum Oncite Digital Production System für die smarte Fabrik.

Bisher sind alle Firmenworkshops im Upspace mit einem – für Sie – „positiven“ Ende ausgegangen. Aus dieser Erfahrung heraus: Welche Schritte müssen die meisten Firmen zuerst gehen auf ihrem Weg in die Digitalisierung?

Es ist wirklich sehr heterogen: Häufig sind es inhabergeführte Unternehmen, bei denen in letzter Zeit weniger in Technologie und Software investiert wurde. Soll dann investiert werden, gibt es unterschiedliche Ansätze: Bei manchen müssen möglicherweise Maschinen modularisiert werden, bei anderen die Teile-Wiederverwendung reduziert oder mehr Manpower in die Konfiguration gesteckt werden, um die Angebotserstellung zu beschleunigen. Das ist immer abhängig von der Ausgangssituation.

Ein Besuch im „Upspace“ von Cideon

Wo liegen meine Potenziale durch Digitalisierung und wo die „pain points“ bei der Umsetzung? Für viele Mittelständler ist diese Frage nicht neu. Doch oft passiert erst mal nichts. Cideon will mit dem „Upspace“, einem Thinklab, spezifische Hindernisse identifizieren und Potenziale virtuell erlebbar machen.

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Und welche Hürden können Sie innerhalb der Unternehmen beobachten?

In jedem Unternehmen gibt es natürlich Silodenken: Es arbeiten also manche Abteilungen eher für sich und sehen nicht, welche Auswirkung ihre Arbeit auf andere hat. Das gilt für Konstruktionsleiter ebenso wie für Fertigungsleiter oder den Service. Hier entsteht Reibung, weil auch Wissen und Informationen in den einzelnen Abteilungen verbleiben und nicht geteilt werden. Gerade das lässt sich durch Digitalisierung abbauen.

Wenn man sich bereits im Unternehmen selbst blockieren kann: Wer ist dann derjenige, der die Vision für die Digitalisierung des kompletten Prozesses aufbringt?

Wenn alle an einem Strang ziehen würden, gäbe es keine Stolpersteine. Die Stolpersteine legen sich viele Unternehmen selbst. Für die Umsetzung gibt es eigentlich immer einen „Influencer“. Das kann eine Einzelperson sein mit einem bestimmten Status im Unternehmen, im Idealfall ist es auch der Geschäftsführer oder ein Fertigungsleiter. Und dieser Influencer ist dann häufig auch unser Sparringspartner.

Gibt es bestimmte Dinge, die einfach essenziell sind auf dem Weg zur Digitalisierung?

Essenziell ist natürlich die Datenbasis; ich brauche also eine Datenverwaltung – ein PDM-System. Aus meiner Sicht ist es auch essenziell, dass dieses PDM-System eine Verbindung zu logistischen Informationen hat. Wenn wir jetzt von kleinen Unternehmen reden: Es braucht zumindest eine Anbindung an das Warenwirtschaftssystem, damit ich weiß, was eine Komponente kostet und wer der Lieferant oder Hersteller ist. Man braucht also das Wissen über das Produkt und die Vermarktung, nicht nur das Wissen in der Konstruktion.

Sie benötigen für die Beratung ein breites Wissen und sind selbst kein Fertigungsbetrieb. Woher stammt dann bei Cideon die Expertise, solche Kunden bei der Digitalisierung zu unterstützen?

Cideon ist zu 98 Prozent eine „Ingenieurscompany“. Wir sind Informatiker, Maschinenbauer und Produktionstechniker; also ein ganz bunter Strauß von Personen, die hier alle ihr Wissen einbringen. Und das greift. Zudem beraten wir schon seit vielen Jahren – sowohl zu Prozessen als auch zur Methodik. Heute wird nur etwas anders daraufgeblickt. Aber mit dem „Big Picture“, das jetzt im Upspace möglich ist, machen wir nur deutlich, was wir ohnehin schon seit Jahren machen. Dass hier nun viel mehr Felder zu bespielen sind als beispielsweise nur die Konstruktionsmethodik erweitert deutlich unsere Kernkompetenzen neben dem reinen Business als Autodesk-Reseller. Heute sind wir der „Trusted Adviser", der Mehrwertstifter.

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Was treibt die Unternehmen um, die sich an Sie wenden, um tiefer in die Digitalisierung „einzusteigen“?

Es bewegt sich gerade viel in der Automatisierung der Konstruktion. Oft geht es bei einem neuen Kundenauftrag eher um Konfektionieren – das ist ja keine schöpferische Arbeit, aber es braucht trotzdem zu viel Zeit. Wenn wir hier ansetzen, können Unternehmen mehr Aufträge abarbeiten und die freie Konstruktionskapazität für wirklich kreative Sachen nutzen. Wir hatten dazu einen konkreten Fall, bei dem wir ein spezielles Produkt „automatisiert“ haben. Das Produkt hat eine Länge, eine Breite, eine Höhe, eine Geschwindigkeit, eine Traglast – je nach Anwendung. Das sind die Eingabeparameter, die um Angaben zum Einbau ergänzt werden. Bevor wir das umgesetzt haben, hat ein Konstrukteur gut zwei Wochen daran gearbeitet, bis daraus ein Angebot erstellt werden konnte. Jetzt ist der Kunde mit diesem komplett automatisierten CAD-Modell in etwa 30 Minuten angebotsreif. Eine große Kostenersparnis!

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Das klingt schon beinahe nach einem Online-Shop...

Ja, weil man auch im Geschäftsleben an manchen Stellen wie ein Privatmann tickt, der einen Handwerker braucht und auf das Angebot wartet. Wenn ich von ihm Monate nichts höre, werde ich ihn auch nicht engagieren. Deshalb haben wir hier viel investiert, um unseren Lösungsweg vorzustellen. Das ist kein einzelnes Produkt, sondern es besteht aus verschiedenen Bausteinen: Softwarekomponenten, CAD-Methodik, modulares Konstruieren und vieles mehr. Und damit können wir jetzt viele Kunden begleiten und sie auf dem Weg der digitalen Transformation unterstützen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Lisse!

Das Interview führte MM-Redakteurin Stefanie Michel

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