Service-Roboter Der Roboter wird zum Butler

Autor / Redakteur: JÜrgen Schreier / Jürgen Schreier

Der Markt für Service-Roboter ist im stückzahlmäßigen Vergleich mit dem Industrierobotermarkt vernachlässigbar. Doch er bietet enorme Wachstumschancen, denn die Nachfrage nach Assistenz-, Sicherheits- oder Wartungsrobotern sowie Systemen für die Mensch-Maschine-Interaktion wird steigen.

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Wie von Geisterhand bewegt er sich durchs Studio, erlaubt Kamerafahrten und Perspektiven, wie man sie am Bildschirm bisher noch nicht gesehen hat. Die Rede ist vom mobilen Kameraroboter Cinneo MR8, der seit September 2008 im Nachrichtenstudio des Fernsehsenders N24 seinen Dienst verrichtet.

Roboter ohne schwierige Programmierung

Der neuartige „Kameramann“ kombiniert einen Manipulatorarm mit einer autonom fahrenden Plattform. Durch Synchronisieren von Plattformfahrt und Armbewegung sind eindrucksvolle Eröffnungsfahrten möglich, ohne dass die Programmierung des MR8 besonders schwierig wäre.

Zumindest verspricht das der Berliner Mobilroboter-Spezialist Neobotix, der auch für andere extravagante Kreationen im Bereich der Servicerobotik verantwortlich zeichnet – zum Beispiel für den mobilen Entertainment-Roboter M 147, der gerne genutzt wird, um Besucher auf Messestände zu locken. Der Augsburger Industrierobotoberpionier Kuka hat die Entertainment-Robotik gar zum profitablen Geschäftsfeld entwickelt. So sorgen Robocoaster, die einen achterbahnähnlichen Fahrspaß vermitteln, in Freizeitparks für Nervenkitzel.

Viele Anwendungsmöglichkeiten für Service-Roboter

Die Palette an Service-Robotern ist, wie die Tabelle (siehe Bildergalerie) zeigt, breit gefächert. Sie reicht von Spielzeugrobotern, wie dem possierlichen Dinosaurier-Robo Pleo, der auf allen Vieren gehen, Kopf und Schwanz bewegen, die Augenlider schließen, den Mund auf- und zumachen sowie Laute von sich geben kann, über Roboter-Sauger und -Rasenmäher bis hin zu Service-Robotern für den professionellen Einsatz.

Verglichen mit dem Markt für Industrieroboter – weltweit waren 2008 mehr als 1 Mio. Industrieroboter installiert – erscheint das Segment der Servicerobotik als klein. Bis Ende 2008 wurden laut Statistik des internationalen Robotikverbandes IFR gerade einmal 63000 Service-Roboter für gewerbliche Anwendungen verkauft.

Das Wachstumspotenzial, da sind sich die Fachleute einig, ist jedoch enorm. Vorhersagen für die Jahre 2009 bis 2012 gehen von 49000 weiteren Service-Robotern für gewerbliche Anwendungen aus.

Militär und Sicherheitsbranche sind Hauptabnehmer von Service-Robotern

Diese technisch anspruchsvollen Roboter transportieren Güter in Fabriken, Krankenhäusern und öffentlichen Gebäuden, sie begeben sich in Gefahrenzonen, gehen ins Wasser, fliegen ins Weltall, melken Kühe, ernten Feldfrüchte, inspizieren und warten Anlagen und werden demnächst sogar ältere Menschen pflegen. Momentan sind allerdings Militär und Sicherheitsgewerbe die Hauptkunden der Service-Roboter-Hersteller.

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