Sinkflug ins Minus Der September war für den deutschen Maschinenbau kein Wonnemonat

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Die exportorientierte deutsche Maschinenbaubranche kämpft weiter mit einer Auftragsflaute. Denn im September sanken die Bestellungen um 19 Prozent, was durchaus Jobs kosten kann ...

Kurve nicht gekriegt! Der VDMA-Chefvolkswirt, Dr. Johannes Gernandt zur aktuellen Lage im deutschen Maschinen- und Anlagenbau: „Durch den mauen September driftet die Branche letztlich doch noch unaufhaltsam auf ein deutliches Produktionsminus zu!“(Bild:  Sarah Kastner Fotografie)
Kurve nicht gekriegt! Der VDMA-Chefvolkswirt, Dr. Johannes Gernandt zur aktuellen Lage im deutschen Maschinen- und Anlagenbau: „Durch den mauen September driftet die Branche letztlich doch noch unaufhaltsam auf ein deutliches Produktionsminus zu!“
(Bild: Sarah Kastner Fotografie)

Deutschlands Maschinenbauer steuern nach einem äußerst schwachen September nun weiter auf ein Produktionsminus von fünf Prozent im laufenden Jahr zu, wie der VDMA melden muss. Die exportorientierte Branche leidet also weiterhin unter einer spürbaren Nachfrageflaute und schlechter Kapazitätsauslastung, so der Chefvolkswirt des VDMA, Johannes Gernandt. Denn im September lagen die Auftragseingänge der Maschinenbauer nach Angaben des Verbandes real 19 Prozent unter dem Wert des Septembers 2024. Das lag etwa daran, dass ein Jahr zuvor Bestellungen für Großanlagen für Auftrieb sorgten, was sich so nicht wiederholte, wie Gernandt anmerkt. Dennoch werde sich die schwierige Situation für den Maschinen- und Anlagenbau grundsätzlich erst dann auflösen können, wenn die vielen Krisen im globalen Handel beseitigt oder wenigstens schwächer geworden sind. Gemeint sind etwa die US-Strafzölle, aber auch, dass spezifisch in Deutschland und Europa herrschende Plagen der Bürokratie aus der Welt geschafft werden müssen, damit die Unternehmen entlastet werden.

Es könnte eine Entlassungswelle ins Rollen kommen

Aus dem Inland gingen im September laut der Analyse rund fünf Prozent weniger neue Bestellungen ein als ein Jahr zuvor. Die Orders aus dem Ausland brachen sogar um 24 Prozent ein. Auch im gesamten dritten Quartal blieb der Auftragseingang um sechs Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Dadurch ist nun auch die Bilanz für die ersten neun Monate des laufenden Jahres mit einem realen Minus von rund einem Prozent im negativen Bereich angekommen. Die Konjunkturflaute und die bestehenden Handelshürden könnten demnach leider auch weitere Arbeitsplätze kosten. Denn im Rahmen einer Anfang Oktober veröffentlichten Erhebung des VDMA erwartete zwar über die Hälfte der 877 befragten Unternehmen (55 Prozent), dass sie ihre Stammbelegschaft in den nächsten sechs Monaten stabil halten können, doch 26 Prozent sahen sich schon damals als zum Personalabbau gezwungen. Da könnte was auf uns zukommen, denn nach Einschätzung des Verbandes arbeiten deutlich über eine Million Personen im Maschinen- und Anlagenbau.

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