Porträt ABB Stotz-Kontakt

Der Sicherungsautomat: Airbag der Elektrotechnik

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Stolz nennt Uwe Laudenklos, Geschäftsführer der heutigen ABB Stotz-Kontakt GmbH in Heidelberg, diese Erfindung den „Airbag der Elektrotechnik“.

Das Besondere: Im Gegensatz zu den Schmelzsicherungen konnte dieser Stotz-Automat einfach wieder eingeschaltet werden. Diese Erfindung wurde 1924 patentiert und von BBC damit beworben, dass der Automat nur eine einmalige Anschaffung sei, denn ein Auswechseln mit den damit verbundenen Kosten, Unannehmlichkeiten und Betriebsstörungen würden vermieden. Vier Jahre nach der Patentanmeldung startete die manuelle, serienmäßige Produktion des Sicherungsautomaten S 11.

Unter BBC wächst Stotz zum Anbieter für die elektrische Ausrüstung

Der erste Sicherungsautomat war ein voller Erfolg, da er einfach in die vorhandenen Sicherungssockel geschraubt werden konnte und somit keine Änderungen an der elektrischen Installation notwendig wurden. Kurz danach entwickelte Stotz auch einen speziellen Sicherungsautomaten mit K-Charakteristik für Motoranwendungen.

Inzwischen hatte die BBC-Tochter über 500 Mitarbeiter und nahm in den nächsten Jahren weitere Produkte in ihre Fertigung mit auf: zunächst Hilfsschütze, das erste Gerät der späteren Abteilung Apparatebau, und Mitte der 1930er-Jahre auch explosionsgeschützte Geräte.

BBC kaufte die Kontakt AG in Frankfurt und legte sie 1930 mit dem Stotz-Werk zusammen: Stotz-Kontakt war geboren und brachte einen neuen Bügelautomaten auf den Markt, der sich bei Überhitzung automatisch abschaltete. Nach dem Tod von Hugo Stotz 1935 waren die weiteren Jahr geprägt vom NS-Regime und dem Zweiten Weltkrieg: das Militär wird wichtiger Auftraggeber, man produzierte militärische Nachrichtentechnik und setzte Kriegsgefangene sowie Zwangsarbeiter ein. Nachdem 1939 die Lagerhalle in Mannheim-Neckarau brannte, wurde beschlossen eine neue Fabrik in Heidelberg zu bauen. Dort nahm man 1943 die Montage von Sicherungsautomaten, Dreh- und Kippschaltern sowie Steckdosen auf. Auch die Montage des Apparatebaus zog nach der Zerstörung des Werkes in Mannheim bei einem Fliegerangriff um.

Mechanisierung verändert die Produktion

Nach dem Krieg startet Stotz-Kontakt 1948 die Fertigung des Schraubautomaten S 111 und auf der Hannover Messe 1957 wurde ein neuer Stotz-Sicherungsautomat mit kürzerer Schaltzeit für einen Kurzschlußstrom von 10kA vorgestellt. Möglich machten dies ein neuer magnetischer Auslöser mit Schlagbolzen und andere neue bauliche Verbesserungen. In den 1960er- und 1970er-Jahren kamen neue Standorte für die Montage und Fertigung hinzu, wie beispielsweise das Werk Rheinhausen oder die Standorte Eppelheim und Walldorf. In dieser Zeit veränderte sich auch die Produktion: 1968 führte man die teilautoamtisierte Fertigung für die Teileherstellung und Montage ein, die dann ab 1985 von hochmechanisierten Produktionsanlagen abgelöst wurde. Der immer höhere Automatisierungsgrad – 2008 ging die hochautomatisierte Anlage M1 in Heidelberg in Betrieb – ermöglichte ein immer höheres Produktionsvolumen.

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