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Porträt ABB Stotz-Kontakt

Der Sicherungsautomat: Airbag der Elektrotechnik

| Autor/ Redakteur: Stefanie Michel / Stefanie Michel

Der Stotz-Automat ist so etwas wie der Fischer-Dübel oder das Tempo-Taschentuch: Ein Produkt, das mit dem Firmennamen verschmolzen ist. Zu verdanken haben wir diesen Sicherungsautomaten Hugo Stotz, der sein Unternehmen vor 125 Jahren in Mannheim gegründet hat.

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Hugo Stotz gründete in Mannheim seine Firma, die sich mit Installationsarbeiten für elektrische Beleuchtung beschäftigte. Ab 1896 hieß diese Firma „Stotz und Cie. Elektrizitätsgesellschaft mbH“.
Hugo Stotz gründete in Mannheim seine Firma, die sich mit Installationsarbeiten für elektrische Beleuchtung beschäftigte. Ab 1896 hieß diese Firma „Stotz und Cie. Elektrizitätsgesellschaft mbH“.
(Bild: ABB Stotz Kontakt)

Es war einmal in Mannheim im 19. Jahrhundert... So könnte die Geschichte von Stotz-Kontakt beginnen – allerdings ebenso die Geschichte von Karl Drais und dem Fahrrad, Carl Benz und dem Automobil sowie der Entstehung des heutigen TÜV. Sie beginnt aber mit dem Aufstieg der Elektrotechnik beziehungsweise mit der Installation von elektrischem Licht in mehr und mehr Gebäuden.

Es war erst gut 10 Jahre her, dass Thomas Edison die Glühbirne erfand, als Hugo Stotz 1891 in Mannheim mit seinem Teilhaber Moyé die Firma „Moyé und Stotz, elektr. Installationen“ gründete. Mit diesem Unternehmen rüstete Stotz beispielsweise Petroleum- und Gaslampen für den elektrischen Betrieb um und baute Blockstationen zur Versorgung einzelner Häuser. Er entwickelte außerdem Lampen, Schalter, Steckdosen und Sicherungen, später auch Motoren, Generatoren und Schaltwerke. Nachdem der Teilhaber bereits fünf Jahre nach Firmengründung ausschied, wurde die Firma zur „Stotz und Cie. Elektrizitätsgesellschaft mbH“.

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Das Geschäft lief dank der fortschreitenden Elektrifizierung so gut, dass Stotz 1901 innerhalb Mannheims umzog. Ein solcher Umzug musste bekannt gemacht werden – mit einer Lichtreklame auf dem Dach. Angeblich war dies die erste Leuchtreklame in Deutschland.

Vom Elektroinstallateur zum Erfinder des Sicherungsautomaten

Inzwischen hatte man so viel Erfahrung mit Elektroinstallationen, dass man sich entschloss, auch Installationsmaterial aus der eigenen Fertigung anzubieten. Auf diese Weise wuchs das Unternehmen stetig weiter. Es entstanden Zweiggeschäfte in Freiburg im Breisgau, Karlsruhe, Worms, Schlettstadt, Heidelberg, Pirmasens, Wiesloch, Stuttgart und Kaiserslautern, man beschäftigte 300 Monteure. Das war 1912 – das Jahr, in dem Stotz diese Installationsabteilung an Brown, Boveri & Cie (BBC) verkaufte und seine Firma in „Stotz und Cie. GmbH – Fabrik elektrischer Spezialapparate“ umbenannte.

Für dieses Unternehmen wurde 1913 ein großes Produktionswerk in Mannheim-Neckarau zur Produktion von Komponenten für die Elektroinstallation errichtet. Allerdings brachte der Erste Weltkrieg das Wachstum zum Stillstand. Es ging sogar soweit, dass Stotz Ende des Krieges sein Werk und seine Firma an BBC verkaufen musste. Doch der Firmenname blieb erhalten und er selbst fungierte als Geschäftsführer des Tochterunternehmens. Diese Konstellation war erfolgreich, denn das Werk stellte erstklassige Komponenten her. Zudem setzte man mit vielen Produkten neue Standards.

Die bedeutsamste Entwicklung, die bis heute in einem Atemzug mit Stotz in Verbindung gebracht wird, begann 1923, als der Tüftler nach einer Lösung suchte, um Wohnhäusern sicher und einfach elektrische Energie zur Verfügung stellen zu können. Es entstand ein Schalter, der vor Überlast und Kurzschluss schützte – der ersten Sicherungsautomat mit thermisch-magnetischer Auslösung.

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