Rrröndöddönnddöddönnn Der Trabi wird 60 und immer beliebter

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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Happy Birthday! Wer in er ehemaligen DDR ein Auto wollte, musste um die 20 Jahre nach der Bestellung darauf warten, oder einen gebrauchten nehmen. Jetzt ist die Rennpappe wieder Kult!

Der Trabi in undefinierbarem hellem Anstrich. Nach der Wende wurde er rasch gegen Westfahrzeuge ausgetauscht. Nur noch ein harter Kern blieb der Rennpappe treu. Heute, 60 Jahre nach seinem Messe-Debüt, werde er jedoch immer beliebter – doch nicht bei allen ...(Bild:  VEB Sachsenring)
Der Trabi in undefinierbarem hellem Anstrich. Nach der Wende wurde er rasch gegen Westfahrzeuge ausgetauscht. Nur noch ein harter Kern blieb der Rennpappe treu. Heute, 60 Jahre nach seinem Messe-Debüt, werde er jedoch immer beliebter – doch nicht bei allen ...
(Bild: VEB Sachsenring)

Der Traum vom eigenen Auto erfüllte sich für viele DDR-Bürger erst nach langem Warten. Der Trabi genannte Kleinwagen aus Zwickau – liebevoll auch Rennpappe oder Plastebomber genannt – war deswegen für viele ein Objekt der Begierde. Doch nach der Wiedervereinigung machte der technisch veraltete Trabant neben den Westmodellen eine miese Figur, avancierte zum Witzobjekt und wurde auf den Straßen bald zur Rarität, wobei man auch die Abgasemissionen nicht vergessen darf. Seit einigen Jahren feiert der Kleinwagen aber als Oldtimer ein Wiederauferstehen, und hat eine wachsende Fangemeinde. Die Zulassungszahlen steigen nämlich! Wer ein solches Auto kaufen will, muss allerdings eine stattliche Summe hinblättern. Woher kommt die neue Liebe zum „kleinen Stinker“ mit dem dröhnenden Motorsound, der in diesem Jahr 60 Jahre alt wird?

Unter der Haube sorgte ein Zweitaktmotor mit zunächst 23 PS und Luftkühlung für ein Maximaltempo von 100 Kilometern pro Stunde. Und Composite-Leichtbau war Serienstandard, denn die Trabi-Karosserie besteht aus baumwollverstärktem Kunstharz. Vor 60 Jahren präsentierten die VEB Sachsenring Automobilwerke den Trabant 601 auf der Leipziger Frühjahrsmesse der internationalen Öffentlichkeit. Mit dabei war auch ein Horch Baujahr 1911, um auf die stolze Autotradition der Region zu verweisen. Trabi-Vorgänger hatte es zwar gegeben, doch mit über 2,8 Millionen Exemplaren wurde der 601 der meistverkaufte Trabant und bis 1990 produziert. In Pastellblau, Polarweiß oder Cliffgrün oder vielleicht auch Panamagrün sowie diversen Nuancen in Grau hat der 601 sich in die Erinnerung gebrannt und gedröhnt.

DDR-Medien begeistert über neue Art von Karosserie

Von einer vollkommen neuen Karosserie schwärmt im Frühjahr 1964 das Magazin „Der Deutsche Straßenverkehr“, die im Stil der modernen Trapezlinie dem internationalen Geschmack entspricht, wie es damals hieß. Im Vergleich zu seinen Vorgängern biete er mehr Kopffreiheit, einen größeren Kofferraum, Kurbelfenster und Druckknopftürgriffe. Mit dem Platzangebot im Innenraum liegt der Trabant 601 im internationalen Maßstab an der Spitze der vergleichbaren Fahrzeuge, frohlockte diese DDR-Zeitschrift. Zwar geht das neue Modell im Juni 1964 in Serie, die Produktion hält aber mit der Nachfrage nie Schritt. Die Folge ist, dass Wartezeiten nicht selten von mindestens 10 Jahren ausgehalten werden mussten. Das lag auch an Besonderheiten der Karosserie, wie der 79-jährige Bernd Cyliax erzählt, der einst beim VEB Sachsenring arbeitete. Heute teilt er im Zwickauer Horch-Museum sein Wissen mit Besuchern. Weil es an Devisen und Rohstoffen fehlte, wurde für die Karosserie Duroplast – (Duromer) also Kunstharz – verwendet. Das Karosseriematerial besteht im Prinzip aus Baumwolle, die aus der Sowjetunion kam und Phenolharz, das aus Braunkohlenteer gewonnen wurde. Das Ganze – jeweils zehn Composite-Teile pro Auto – wurde bei 180 °C gepresst und musste dann wieder abkühlen. So ein Pressvorgang dauerte acht Minuten! Das war das Hauptproblem, erinnert sich Cyliax.

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