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Der Trabi wird 60 und immer beliebter

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DDR-Bolide wird zur Witzfigur und zum deutschen Filmstar

Wegen der langen Wartezeiten waren gebrauchte Fahrzeuge häufig sogar teurer als Neuwagen. Doch wer einen ergattert hatte, für den war er oft ein treuer Begleiter bei Ferienfahrten an die Ostsee, den Balaton in Ungarn oder bei der ersten Stippvisite nach Westdeutschland im November 1989. Auf den Straßen wich er danach aber rasch Modellen von Volkswagen, Ford oder Opel, die natürlich begehrter waren als die angestaubte und nicht gerade flotte SED-Staat-Kutsche. Doch alles hält der Kultfilm „Go Trabi Go“ Anfang der 90er-Jahre in seiner Eingangsszene fest: Während der Deutschlehrer Udo Struutz (Wolfgang Stumph) in Bitterfeld mit Frau und Tochter im Trabi Schorsch zur Reise nach Italien aufbricht, polieren seine Nachbarn bereits ihre Westautos und haben für seinen 601 nur Häme übrig. Zitat: „Neapel? So komm´ste nimma bis Leipzsch.“ Auch in der Komödie „Trabbi goes to Hollywood“ mit Thomas Gottschalk wird der Trabi zum Star auf der Leinwand. Unterhaltung bot er zudem in unzähligen Witzen, wie den zum Beispiel: Ein Trabi-Besitzer an der Tankstelle zum Tankwart: Für meinen Trabi hätte ich gerne zwei Scheibenwischer. Darauf der Tankwart: Das ist okay, das klingt nach einem fairen Tausch!

Ein DDR-Unikat auf vier Räder avanciert zum mobilen Kultobjekt

Gut 30 Jahre später feiert der zunächst verschmähte Trabi ein Comeback und erklimmt auch noch Kultstatus, was nicht nur in Ostdeutschland passiert. Das zeigen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes. Seit rund 10 Jahren steigt die Zahl der zugelassenen Trabis nämlich. Waren es 2014 gut 32.300 Rennpappen, so wurde im vergangenen Jahr die Marke von 40.000 geknackt. Davon dröhnen etwa 32.000 im Osten und gut 8.300 im Westen auf den Straßen herum. Wer einen der inzwischen zum Oldtimer geadelten Wagen kaufen will, muss allerdings immer mehr Geld hinblättern. Im Schnitt würden sie derzeit für rund 7.300 Euro angeboten, merkt Gerd Heinemann vom Beratungsunternehmen BBE Automotive, an. Sein Unternehmen erstellt regelmäßig Marktanalysen für Old- und Youngtimer in Deutschland. Für einige besondere Varianten werden im Internet gar Preise von 25.000 Euro und mehr verlangt. Dass es in Deutschland wieder mehr Trabis gebe, sei auch auf Reimporte zurückzuführen. Aber vor allem die einfache Konstruktion befeuere das Revival des DDR-Standardautos. Denn vieles lässt sich noch von Hobbyschraubern reparieren. Und mit vorhandenem Rahmen könne ein Trabant auch schon mal komplett neu aufgebaut werden.

Fahrverbot? Trabi-Boom macht Umweltschützern Sorgen

Der Trabi wird also immer beliebter und teurer. Doch seine Motorisierung und die deshalb beim Fahren emittierten Abgase, die noch schön nach unverbranntem Treibstoff Riechen, steigen Umweltschützern unangenehm in die Nase. Deshalb fordert die Deutsche Umwelthilfe ein Fahrverbot für den Zweitakter aus dem ehemaligen SED-Staat, wobei man vor allem die unvollständig verbrannten Kohlenwasserstoffe und das giftige Kohlenmonoxid im Blick hat. Nicht zuletzt können alle, deren Rennpappe ein H-Zeichen haben, damit auch in Umweltzonen herumfahren. Das wolle man nicht hinnehmen. Aber es ist nicht nur der Trabi, denn die Deutsche Umwelthilfe fordert generell ein Fahrverbot für alle alten und neuen Fahrzeuge ohne wirksame Abgasreiniung.

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