Schlecht eingeschenkt! Der vbw-Weißbierindex hat ein kritisches Level erreicht

Quelle: vbw / ibw 2 min Lesedauer

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Aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. steckt die bayerische Wirtschaft in der Rezession, wie heute auf einer Pressekonferenz in München deutlich gemacht wurde.

Da bleibt der Mund trocken! Mit Blick auf den aktuellen Füllgrad des symbolischen Glases des vbw-Weißbierindex für die Lage der bayerischen Wirtschaft wird vielen Angst und Bange. Das wurde heute auf einer Pressekonferenz des vbw dem Auditorium klar gemacht ...(Bild:  vbw)
Da bleibt der Mund trocken! Mit Blick auf den aktuellen Füllgrad des symbolischen Glases des vbw-Weißbierindex für die Lage der bayerischen Wirtschaft wird vielen Angst und Bange. Das wurde heute auf einer Pressekonferenz des vbw dem Auditorium klar gemacht ...
(Bild: vbw)

„Wie befürchtet, ist Bayern 2024 durch eine Kombination aus verfestigter Konjunkturkrise und struktureller Standortkrise in die Rezession abgerutscht. Schwache Auftragslage, schlechte Standortbedingungen und ein immer schwierigeres globales Umfeld heizen die fortschreitende Deindustrialisierung in unserem Land weiter an. Klar ist: Die neue Bundesregierung muss schnell eine Wirtschaftswende einleiten. Nur so können wir sinkende Investitionen sowie zunehmende Insolvenzen und Abwanderungen von Unternehmen ins Ausland stoppen“, forderte vbw Präsident Wolfram Hatz bei der heutigen Vorstellung des aktuellen vbw „Weißbier-Index“.

Die Lage in Bayern ist dramatisch

Der Index ist gegenüber dem Frühjahr 2024 von 87 auf 78 Punkte gefallen. Das bedeutet einen weiteren spürbaren Rückgang unter das Normalniveau von 100 Punkten. Auch liegen alle Teilindizes unter dem Normalniveau. „Unser Weißbierglas hat einen kritischen Stand erreicht. Der Lageindex Wachstum, der die allgemeine Konjunkturlage beschreibt,sank um ganze 17 Punkte: von 85 auf 68 Punkte. Der Lageindex Beschäftigung fiel um 6 Punkte auf 91 Punkte gegenüber

dem Frühjahr 2024. Der Prognoseindex Beschäftigung ging um sogar um satte 12 Punkte auf 73 Punkte insgesamt zurück. Der Prognoseindex Wachstum stieg um nur einen Punkt auf 81 Punkte, ein mit Blick auf die aktuelle negative Lage sehr schwacher Wert. Zudem beobachten wir im Gegensatz zu früheren Krisen, als es schnell bergab und schnell wieder bergauf ging, derzeit einen stetigen und langanhaltenden Rückgang des vbw-Index, was ein Zeichen für die strukturellen Probleme ist. Wir erwarten insgesamt einen Rückgang des bayerischen BIPs für 2024 um 0,4 Prozent. „Kurz gesagt: Die Lage ist dramatisch“, mahnt Hatz.

Insolvenzen und Produktionsrückgänge

Mit kritischem Blick auf die einzelnen Sektoren der bayerischen Wirtschaft erläutert Hatz: „Die Zahlen sind schlecht! Sowohl Industrie- als auch Baugewerbe verzeichnen einen Rückgang in der Produktion. Auch sank der Umsatz in der Gastronomie und im Großhandel.“ Was aber noch beunruhigender ist, ist die Tatsache, dass Jedes zweite Industrieunternehmen in Bayern seine Produktion aktuell durch fehlende Aufträge gefährdet sieht, bei Investitionsgüterherstellern sogar zwei Drittel der Firmen, so Hatz. Bei den Unternehmensinsolvenzen in Bayern muss man einen Zuwachs von 47,5 Prozent zum Vorjahresvergleich melden. Das seien alles untrügliche Zeichen der strukturelle Standortschwäche in Deutschland.

Die Wirtschaftskrise trifft den Arbeitsmarkt

Das außenwirtschaftliche Umfeld wird aus Sicht der vbw sogar noch herausfordernder. Die international ausgerichtete bayerische Wirtschaft lebt bekanntlich vom Exportgeschäft. Die derzeit sehr schwierige geopolitische Gemengelage sowie handelspolitische Streitigkeiten belasten die Industrie aber zusätzlich. „Mit der Ankündigung des wiedergewählten US Präsidenten Donald Trump in Sachen Zölle drohen Einbußen sowohl für unsere Exportwirtschaft als auch die transatlantischen Beziehungen. Die USA sind für Bayern der größte Exportmarkt“, merkt Hatz dazu an. Die Wirtschaftskrise ist aus Sicht der vbw nun auch am Arbeitsmarkt angekommen. „Inzwischen sehen wir einen Rückgang der offenen Stellen, steigende Kurzarbeit und zunehmende Arbeitslosigkeit“, wie Hatz weiter ausführt. Angesichts der hohen Arbeitskosten seien sowohl Politik als auch Tarifparteien gefordert. In der Metall- und Elektroindustrie habe man mit dem aktuellen Tarifabschluss in schwierigen Zeiten schließlich auch bereits Verantwortung bewiesen.

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