Wasserstrahlschneiden Der Wasserstrahl schneidet jetzt auch schräge Kanten

Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Wasserstrahlschneiden gilt allgemein als Universaltrennverfahren für zahlreiche unterschiedliche Werkstoffe und für große Werkstückdicken. Fast alle Hersteller legen ihr Augenmerk insbesondere auf den jeweiligen Schneidkopf und auf den Wasserstrahldruck. Mit der Water Jet Sweden hat ein Hersteller jetzt auch die Schrägkantenbearbeitung entdeckt, die mit einem Fünf-Achs-Schneidkopf realisiert wird.

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Water Jet Sweden nennt die neue Entwicklung seines Schneidkopfes Beveljet. Dieser soll, ähnlich wie ein menschliches Handgelenk, über eine bewegliche Achse verfügen, die eine ±46°-Schwenkbewegung in alle Richtungen und mit voller Werkzeuglängen-Kontrolle, dem so genannten TCP (Tool Center Point Control), ermöglicht.

Zusätzlich zu der Bearbeitung von geraden Kanten kann mit demselben Schneidkopf auch die Bearbeitung von Schrägkanten erledigt werden. Damit sind Schweißnahtvorbereitungen für alle Standard-Schweißnahtkonfigurationen wie Y, K, V und X möglich. Darüber hinaus können auf Grund der besonderen Flexibilität jetzt auch über den gesamten Umfang von 360° gesenkte Rundlöcher in Edelstahl bei großen Materialstärken präzisionsgeschnitten werden.

Beveljet wurde als integriertes System innerhalb der hochentwickelten Igems-R7-Programme mit den neuen Fünf-Achs-CNC-Maschinen von Water Jet Sweden (WJS) entwickelt und speziell für die Fünf-Achs-Blechbearbeitung mit den über CAM-Materialmodul gesteuerten TAC-Programmen (Taper Angle Control) konzipiert.

Beveljet kann demnach mit allen Anlagen von WJS eingesetzt und mit einer leistungsstarken Fünf-Achs-300i-NC-Steuerung von GE Fanuc genutzt werden. Grundlage für die hochpräzisen Genauigkeiten der Wasserstrahl-Profilmaschinen von WJS ist das patentierte Parallelachsen-Führungssystem, welches in Verbindung mit modernen Linearführungen und Präzisions-Kugelgewindespindeln einen wesentlichen Bestandteil der Anlagen darstellt. Im 2D-Schneidverfahren ist die Z-Achse mit einem individuellen Höhensensor ausgestattet.

3D-Interferenz-Check von Fanuc steuert Hochdruckstrahl-Bewegung

Zur Steuerung der Hochdruckstrahl-Bewegung wird bei den Ein- und Mehrkopfsystemen der 3D-Interferenz-Check der GE-Fanuc-Steuerung eingesetzt. Die Datenübertragung erfolgt dabei über ein Glasfaserkabel, wobei die wichtigsten Betriebsinformationen unter Einsatz von Windows XP und eines externen PCs übersichtlich am Bildschirm angezeigt werden.

Eine weitere Entwicklung von WJS ist das Düsen-Kollisionsschutzsystem. Im Allgemeinen gilt ja die Schneidkopfdüse, die sowohl mit als auch ohne Abrasivmaterial den Hochdruckstrahl mit Überschallgeschwindigkeit auf das Werkstück projiziert, als das wichtigste und teuerste Teil in einem Wasserstrahlschneidsystem.

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