Prozessautomatisierung

Der Weg zum besseren Prozess

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Unternehmenssoftware wird mit Feldgeräten verzahnt

Die oben genannten Beispiele belegen, dass sich die Leittechnik in der Prozessindustrie zunehmend mit neuen Themen auseinandersetzen muss. Automatisierungssysteme als Insellösungen in den Produktionsbetrieben sind ein Auslaufmodell. Während bislang die klassische Automatisierungspyramide mit ihren definierten Ebenen – ERP-Systeme, MES, erweiterte Funktionen, Leitsystem, Feldgeräte – galt, werden sich in Zukunft Anwender und Hersteller an ein anderes Bild gewöhnen müssen. Darin werden die Anwendungen auf den Ebenen zwischen Unternehmenssoftware und Feldgeräten miteinander verzahnt.

Das Leitsystem übemittelt dann die Informationen zeitnah an die richtigen Leute weiter. Der Anlagenbetreiber hat den sicheren Überblick, der Schichtführer konzentriert sich auf die aktuelle Leistung, der Regelungsexperte zieht sich die Informationen für die Optimierung heraus und der Instandhalter weiß, welche Reparaturaufträge auf ihn warten.

Diese Ansicht ist inzwischen auch bei den Anwendern angekommen. „In Zukunft sind universelle Kommunikationsplattformen gefragt, um eine universelle, betriebssystemunabhängige Plattform zu bekommen, die einen transparenten Zugriff ermöglicht“, äußerte sich Martin Schwibach, BASF, auf der Namur-Hauptsitzung 2008. Bevor diese Vision Wirklichkeit wird, müssen jedoch noch einige Randbedingungen erfüllt werden.

Nicht immer wirkte sich die Einführung von neuen Technologien positiv auf die Stabilität von Leitsystemen und der dazugehörigen Feldgeräte aus. So besaßen früher die meisten analogen Feldgeräte nur drei Parameter: Nullpunkt, Spanne, Dämpfung; die heutige Gerätekommunikation verarbeitet in den Bereichen HART und Feldbus immer komplexere Funktionen. Dies führte zu einem erheblichen Mehraufwand bei der Geräteintegration.

Wichtige Impulsgeber für neue Anwendungen

Verzichten möchten die Anwender dennoch nicht auf neue Kommunikationstechniken, im Gegenteil, sie sehen diese als wichtigen Impulsgeber für neue Anwendungen, die letztlich dem besseren Prozess und damit der effizienteren Anlagenauslastung zugute kommen. Allerdings werden diese sicher nicht in kritischen Neuanlagen, die unter hohem Termindruck stehen, eingesetzt. Die Potenziale für die modernen Techniken liegen nach Aussage von Schwibach dort, wo konventionelle Lösungen bislang unwirtschaftlich oder ungeeignet sind.

Ein weiterer Aspekt bei der Etablierung neuer Technologien in der sicherheitsbewussten Branche: Sie müssen die gleichen Anforderungen wie die etablierten Techniken erfüllen, also Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit und Investitionssicherheit. Vor allem die Verfügbarkeit treibt den Prozessexperten derzeit Schweißperlen auf die Stirn. „Die Verfügbarkeit von moderner Kommunikationstechnik liegt meist bei 99%, das sind unter Umständen 4 Tage im Jahr, an denen keine Kommunikation möglich ist“, erklärt Schwibach. Die kontinuierlichen Anlagen der Prozessindustrie können mit dieser Zahl nichts anfangen, da bedarf es schon einiger Neuner mehr hinter dem Komma.

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