Nachtijall, ick hör dir trapsen! Deshalb rangelt man um Grönlands Bodenschätze

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Donald Trumps Äußerungen, Grönland in die Finger zu bekommen, haben einen knallharten Grund! Denn dort gibt es kritische Rohstoffe! Und nicht nur er begehrt sie ...

Grönland lebt hauptsächlich von der Fischerei. Wegen seiner arktischen Attraktivität lockt die Insel auch Touristen an. Der Boden Grönlands ist aber ein verborgener Schatz! Denn dort gibt es eine Menge an kritischen Rohstoffen, auf welche sowohl die EU als auch die USA schielen.(Bild:  Gjörgenson)
Grönland lebt hauptsächlich von der Fischerei. Wegen seiner arktischen Attraktivität lockt die Insel auch Touristen an. Der Boden Grönlands ist aber ein verborgener Schatz! Denn dort gibt es eine Menge an kritischen Rohstoffen, auf welche sowohl die EU als auch die USA schielen.
(Bild: Gjörgenson)

US-Präsident Donald Trump hat sein Interesse an einer Übernahme Grönlands nicht nur einmal mit der nationalen Sicherheit begründet. Doch wer die USA kennt, dem muss klar sein, dass mehr hinter all den grotesken Ideen steckt, als allein militärische Gedankenspiele – alles hat immer auch einen wirtschaftlichen Grund. Grönlands umfassende Vorkommen kritischer Rohstoffe. Und wie wichtig Trump diese Art von Bodenschätzen ist, zeige nicht zuletzt sein Buhlen um die Rohstoffe in der Ukraine. Darunter sind die viel beachteten seltenen Erden (REE), bei denen es sich um 17 Metalle handelt, die in neun schwere und acht leichte seltene Erden unterteilt werden. Man braucht sie für Smartphones, Laptops und Fernseher. Je nach Bauart, sind auch Yttrium, Praseodym, Terbium und Dysprosium nötig. Aber auch auf dem Weg in die Elektromobilität und für die Windkraft seien sie bisher unerlässlich.

Kritische Rohstoffe braucht die EU und auch die USA

Die EU hat diese Rohstoffe längst im Blick. Vor knapp einem Jahr eröffnete Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein EU-Büro in der Hauptstadt Nuuk und unterzeichnete dabei zwei Kooperationsabkommen mit einem Gesamtvolumen von 94 Millionen Euro. Ein Teil davon soll in Wertschöpfungsketten für Energie und kritische Rohstoffe investiert werden. Zu den Rohstoffen wurde übrigens schon Ende 2023 eine Vereinbarung getroffen, die Grönland als strategischen Rohstofflieferanten für den ökologischen Wandel in Europa positionieren soll. Dabei gehe es aber nicht nur um seltene Erden, sondern zum Beispiel auch um Kupfer, Graphit und Lithium. Denn insgesamt hat die EU 34 kritische Rohstoffe identifiziert, die für den grünen und digitalen Wandel notwendig sind – ganze 23 davon gibt es auf Grönland. Und bei mehreren davon wird das Potenzial dort als überaus hoch eingestuft. Die EU ist bisher auf die Versorgung durch China angewiesen. Drehe China den Hahn zu, sieht es düster aus.

Donald Trump wiederum ist bestrebt, China keinerlei Führungsrollen zu lassen, oder diese zumindest zu schmälern. Und bei diesem Spiel kommt das zum Königreich Dänemark zählende, eben ressourcenreiche Grönland ins Spiel. „Ich denke, Trump ist mehr an den seltenen Erden interessiert als daran, Militär auf Grönland zu haben“, schätzt deshalb die frühere grönländische Finanzministerin, Maliina Abelsen, die Situation ein.

(ID:50332741)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung