Stark unter Druck Deutsche Autobauer schneiden so schlecht ab, wie lange nicht mehr

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die deutschen Autobauer standen von Juli bis September, wie es heißt, so stark unter Druck wie seit der Finanzkrise von 2009 nicht mehr ...

Die globale Automobilbranche wird gebeutelt. Das bekommen aber vor allem die deutschen Hersteller zu spüren, wie eine Analyse von EY jetzt zeigt. Zum Beispiel waren die Gewinne im dritten Quartal so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr ...(Bild:  Montageblick)
Die globale Automobilbranche wird gebeutelt. Das bekommen aber vor allem die deutschen Hersteller zu spüren, wie eine Analyse von EY jetzt zeigt. Zum Beispiel waren die Gewinne im dritten Quartal so niedrig wie seit 16 Jahren nicht mehr ...
(Bild: Montageblick)

Das dritte Quartal 2025 war für deutsche Autohersteller das schlechteste seit langem. Denn gemeinsam betrachtet, blieben Absatz und Umsatz von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz zwar weitgehend stabil, doch der operative Gewinn (Ebit) brach um knapp 76 Prozent ein. Mit zusammen gut 1,7 Milliarden Euro erreichte man dabei den niedrigsten Wert seit dem dritten Quartal 2009, wie einer Analyse von EY zu entnehmen ist. Kein anderes großes Autoland habe nach bei der Entwicklung von Umsatz und Gewinn so schwach abgeschnitten wie Deutschland. Die Branche steckt aber bekanntlich auch insgesamt in einer Profitabilitätskrise. Die 19 größten Autokonzerne der Welt, deren Finanzkennzahlen EY ausgeweitet hat, steigerten ihren Umsatz im dritten Quartal immerhin auf rund 531 Milliarden Euro leicht, heißt es weiter. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern schrumpfte aber um 37 Prozent (auf rund 18,9 Milliarden Euro). Das wiederum ist der niedrigste Wert seit 2018.

Deutsche Autobranche steckt im „perfekten“ Sturm

Die EY-Autoexperten sagen, dass die weltweite Autoindustrie in einer tiefen Krise steckt! Allerdings sind es zurzeit vor allem die deutschen Autokonzerne, die am meisten leiden. Für Probleme sorgten die allgemeine Schwäche des Premiumsegments, die US-Zollpolitik, negative Wechselkurseffekte, hohe Investitionen in Elektroautos, die sich bisher nicht gerechnet hätten und hohe Ausgaben für den Umbau der Unternehmen. EY spricht im negativen Sinne von einem perfekten Sturm, in dem die deutsche Autobranche herumgewirbelt wird. Vor allem das China-Geschäft beutelt die Autohersteller, wobei man im dritten Quartal neun Prozent an Verkäufen eingebüßt hat. Chinas Anteil am globalen Automarkt schrumpfte übrigens auf 29 Prozent, was zehn Prozent weniger bedeutet als noch 2020. Premiumfahrzeuge würden sich demnach aufgrund der schwachen Konjunktur schlechter absetzen lassen als in den Jahren zuvor. Was aber Elektroautos angeht, so steigen die Verkäufe, doch die Chinesen bevorzugen einheimische Marken.

Der globale Autogewinner kommt aus Japan

Der profitabelste Hersteller im dritten Quartal 2025 war laut Analysen das japanische Unternehmen Suzuki. Die Marge, die den operativen Gewinn ins Verhältnis zum Umsatz setzt, lag demnach bei 9,2 Prozent. Danach kamen BMW (sieben Prozent) und Toyota (6,8 Prozent). Vom erwirtschafteten Umsatz blieb bei den meisten Unternehmen von Juli bis September aber, wie gesagt, deutlich weniger Gewinn hängen. Die Durchschnittsmarge der analysierten Unternehmen lag bei 3,9 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit mindestens zehn Jahren. Seit 2023 hat sich der Wert übrigens mehr als halbiert.

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