Trendwende oder nicht? Manche Experten glauben an Aufschwung, manche eher nicht!

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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In der krisengebeutelten deutschen Industrie zeichnet sich nach Ansicht einiger Experten, im Gegensatz zu anderen Analysen, immer stärker eine Verbesserung ab ...

Blitzerholung, oder nicht? Die Industrie in Deutschland kriselt seit Jahren aufgrund äußerer und innerer Probleme. Für dieses Jahr glaubt man an eine gewisse Erholung. Einige sehen jetzt sogar schon die Trendwende kommen. Das wäre natürlich schön! Doch andere bleiben eher vorsichtig ...(Bild:  Fanuc)
Blitzerholung, oder nicht? Die Industrie in Deutschland kriselt seit Jahren aufgrund äußerer und innerer Probleme. Für dieses Jahr glaubt man an eine gewisse Erholung. Einige sehen jetzt sogar schon die Trendwende kommen. Das wäre natürlich schön! Doch andere bleiben eher vorsichtig ...
(Bild: Fanuc)

Nach einem Auftragsboom im Dezember wächst die Hoffnung auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr, heißt es jetzt. Im Dezember erhielten die Industrieunternehmen nämlich nicht nur den vierten Monat in Folge mehr Aufträge, sondern sie wuchsen auch überraschend stark. Die Zahl der Bestellungen stieg – gemessen am Vormonat – um 7,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Demnach wurden Analysten dadurch überrascht, denn sie hatten im Schnitt einen Rückgang von 2,2 Prozent erwartet. Eine unerwartet starkes Plus gab es auch im Jahresvergleich, denn dabei legten die Aufträge im Dezember gar um 13 Prozent zu. „Ein Auftragsboom zum Jahresende. Wer hätte das gedacht?“, schrieb Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg. Das sieht seiner Meinung jetzt wirklich sehr stark nach Trendwende aus. „Wir haben erstmals seit längerer Zeit Grund für Zuversicht“, glaubt Niklasch.

Großaufträge sorgen für kräftiges Plus im Maschinenbau

Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, sprach sogar von einem fulminanten Auftragsschub im Dezember. Das Bestellvolumen habe ein Niveau wie zuletzt Anfang 2022 erreicht. Auch liege der Auftragseingang im Schlussquartal 2025 fast zehn Prozent höher als im dritten Quartal. Damit zeigt sich laut Dullien, dass die konjunkturelle Erholung auch in der Industrie ankommt. Die Lage verbessert sich, auch wenn die Situation in vielen Betrieben noch schwer ist, so seine Prophezeiung. Getrieben wurde das kräftige Auftragsplus im Dezember wohl von Großaufträgen, die etwa im Maschinenbau angesiedelt sind. Ohne sie wäre aber der Auftragseingang nur um 0,9 Prozent höher als im Vormonat ausgefallen. Das Ganze gehe zudem auf Anstiege bei der Herstellung von Metallerzeugnissen zurück, sowie auf mehr Bestellungen für elektronische und optische Erzeugnisse. In der kriselnden Autoindustrie sank der Auftragseingang aber um 6,3 Prozent im Monatsvergleich.

Deutsche Industrie wird jetzt einen Zahn zulegen

Insgesamt wuchsen die Aufträge für die Industrie aus dem Inland um fast elf Prozent. Das Plus aus dem Ausland fiel mit 5,6 Prozent schwächer aus, denn hier wirken sich laut Bundeswirtschaftsministerium die handels- und geopolitischen Risiken bremsend aus. Das Auftragsplus ist aber auch einmal mehr der Rüstungsindustrie zu verdanken, schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der Liechtensteiner VP Bank. Der Bund habe seine Bestellungen für Verteidigung zum Jahresende 2025 deutlich erhöht haben. Die Auftragseingänge machten aus Hoffnungen harte Fakten, denn die deutsche Industrie werde in den kommenden Monaten einen Zahn zulegen.

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