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Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass Knappheiten nicht in erster Linie der begrenzten geologischen Verfügbarkeit geschuldet sind, sondern der Marktmacht der Anbieter: Die Rohstoffvorkommen konzentrieren sich oftmals auf wenige Länder und befinden sich obendrein in der Hand weniger Unternehmen. Besonders stark ist die Marktposition von Lieferanten jener Metalle oder Mineralien, die im Produktionsprozess nicht durch andere zu ersetzen sind.
Export von Rohstoffen politisch reguliert
Das kann zum Problem werden: So bremsen einige Staaten den Export von Rohstoffen mittels Ausfuhrsteuern, andere geizen mit Exportlizenzen oder verbieten den Verkauf ins Ausland gleich ganz. Prominentes Beispiel für ein solches Gebaren ist China. In das IW-Rating sind alle maßgeblichen Aspekte der Rohstoffversorgung eingeflossen. Es bewertet vier Risikokategorien
- zeitliche Reichweite der Vorkommen,
- Konzentration auf Länder- und Unternehmensebene,
- Ersetzbarkeit
und teilt die untersuchten Stoffe so in
drei Klassen ein:
1. Besonders kritische Versorgungslage
Sie ist gegeben, wenn in drei der vier Risikokategorien kritische Werte erreicht werden – dies trifft momentan etwa auf die Metalle Chrom, Molybdän und Niob zu, die allesamt zur Herstellung von Edelstahl nötig sind. Hinzu kommen das für Kondensatoren und in der Medizintechnik verwendete Tantal, das für die Keramikindustrie bedeutsame Zirkon sowie Platin, Palladium und Rhodium. Die drei sogenannten Platinmetalle werden vor allem in der Chemie, der Medizin und der Schmuckherstellung eingesetzt. All diese Stoffe werden nur von wenigen Ländern und Unternehmen angeboten. Nach heutigem Stand der Forschung und Technik sind sie kaum austauschbar.
2. Kritische Versorgungslage
Davon ist die Rede, wenn jeweils zwei Werte als heikel einzustufen sind. Dies gilt für Baryt, Fluorit und Lithium und betrifft damit völlig verschiedene Branchen. So müssen sich unter anderem die Papierhersteller Gedanken über ihre Produktionsverfahren machen, aber auch Gusseisen- und Aluminiumproduzenten sowie die Chemische und die Keramikindustrie.
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