Hält sich die Waage Viele Start-ups würden nie wieder in Deutschland beginnen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Start-ups sind bezüglich des Startortes für ihr Unternehmen zwiegespalten, was Deutschland betrifft ...

Die Noten für Deutschland als attraktiver Standort für Start-ups sind maximal befriedigend, wie Bitkom analysiert hat. Zu wenig Wagniskapital und die kriselnde Wirtschaft sorgten dafür, dass viele heute lieber in einem anderen Land ihr Unternehmen gründen würden ...(Bild:  K. Reinelger)
Die Noten für Deutschland als attraktiver Standort für Start-ups sind maximal befriedigend, wie Bitkom analysiert hat. Zu wenig Wagniskapital und die kriselnde Wirtschaft sorgten dafür, dass viele heute lieber in einem anderen Land ihr Unternehmen gründen würden ...
(Bild: K. Reinelger)

Zwischen Zuversicht und Frust liegen die Ansichten von Start-ups über Deutschland. Denn aktuell würde nur die Hälfte wieder in Deutschland gründen. Das offenbart jedenfalls eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Rund 20 Prozent würden sich demnach für ein anderes EU-Land entscheiden, elf Prozent sogar für ein anderes Land der Welt. Die USA unter Präsident Donald Trump stehen aber auch nicht hoch im Kurs, denn dort würde es rückblickend nur rund sieben Prozent der Gründer hinziehen. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland beurteilen die Start-ups ebenfalls geteilt. Denn nur über ein Drittel (35 Prozent) berichtet von einer Verbesserung im vergangenen Jahr. Mit 30 Prozent sehen fast ebenso viele aber eine Verschlechterung der Situation in Deutschland. Für weitere 35 Prozent ist alles unverändert, so die Studie, für die Anfang des Jahres 133 Technologieplayer befragt wurden. Deutlich skeptischer fällt der Blick auf die allgemeine Situation deutscher Start-ups aus. Denn nur 19 Prozent sahen 2025 eine Verbesserung, 37 Prozent eine Verschlechterung. und etwa jedes elfte Start-up fürchtet, innerhalb der nächsten zwölf Monaten in die Insolvenz zu schlittern.

Deutschland knausert mit dem Pro-Kopf-Geld für Start-ups

Viele Start-ups kommen voran, heißt es weiter, aber ebenso viele kämpfen mit der schwierigen konjunkturellen Lage, kommentiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Was allen helfen würde, wäre demnach ein leichterer Zugang zu öffentlichen Aufträgen, weniger Regulierung und mehr Möglichkeiten, Daten für innovative Services und Technologien einzusetzen. Deutschland habe immerhin in den vergangenen Jahren ein wettbewerbsfähiges Start-up-System aufgebaut. Nun braucht die Techbranche vor allem in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten Unterstützung der Politik. Immerhin: Start-ups in Deutschland kommen nach der Gründung relativ leicht an Geld. Doch handelt es sich um relativ große Summen zur Expansion, sind sie auf ausländische Investoren angewiesen, so Wintergerst. Der Startup-Verband kritisierte deshalb kürzlich, dass es an Wagniskapital fehlt, um die Anfänger groß zu machen. Zur Einordnung: In den USA flossen pro Kopf über 700 Euro in Start-ups, in Großbritannien fast 300 Euro und in Frankreich mehr als 100 Euro. In Deutschland seien es nicht einmal 90 Euro.

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