Standortschwäche Deutsche Unternehmen denken an Verlagerung nach Mittel- und Osteuropa

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Mittel- und Osteuropa gewinnen für deutsche Unternehmen, die in diesen Regionen bereits Präsenz zeigen, zunehmend an Bedeutung ...

Es knirscht im Getriebe der deutschen Unternehmen, wenn es um den Standort Deutschland geht. Nun hat eine Umfrage das Problem bestätigt. Denn so einige denken an eine Verlagerung ins relativ nahe Ausland. Hier die Details ...(Bild:  nikkytok - stock.adobe.com)
Es knirscht im Getriebe der deutschen Unternehmen, wenn es um den Standort Deutschland geht. Nun hat eine Umfrage das Problem bestätigt. Denn so einige denken an eine Verlagerung ins relativ nahe Ausland. Hier die Details ...
(Bild: nikkytok - stock.adobe.com)

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA) zeigen, dass über jedes fünfte der befragten Unternehmen (22 Prozent), Produktionsprozesse nach Mittel- oder Osteuropa zu verlagern gedenkt. An der Umfrage beteiligten sich 133 Unternehmen mit dortigen Geschäftsaktivitäten. Über die Hälfte (55 Prozent) erwartet, dass die Zielregion bis 2030 wirtschaftlich weiter an Relevanz gewinnen wird. Genauer gesagt, geht es um Polen, Rumänien und die Ukraine.

Zwar im Ausland, aber noch relativ heimatnah ...

Aufgrund der bekannten Standortschwächen Deutschlands zwinge die Unternehmen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Mittel- und Osteuropa seien dabei ein bevorzugt, denn dort sei die deutsche Wirtschaft bereits massiv aktiv, kenne sich aus und bleibe zugleich dem Heimatland nah. Rund 42 Prozent der Unternehmen beabsichtigen deshalb binnen eines Jahres dort zu investieren. Und 56 Prozent denken an Investitionen innerhalb der nächsten fünf Jahre. Polen – die größte Volkswirtschaft der Region – bleibe demnach das bevorzugte Ziel für Investitionen seitens deutscher Unternehmen (51 Prozent). Dahinter folgten Rumänien (43 Prozent) und die Ukraine (41 Prozent).

Das sind die Plagen am Standort Deutschland

Die wichtigsten Faktoren für Investitionsentscheidungen sind laut der Umfrage die Binnennachfrage (40 Prozent), die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte (37 Prozent) und die vergleichsweise niedrigen Arbeitskosten (33 Prozent). Außer diesen Vorteilen Standortfaktoren sehen deutschen Unternehmen jedoch auch Gefahren durch politische Risiken und fehlende Sicherheit (67 Prozent), Korruption (38 Prozent) und bürokratische Hürden (31 Prozent). Insgesamt bewerten die befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage in der Region positiv. Denn 45 Prozent finden sie gut oder sehr gut. Vier von fünf Unternehmen erwarten eine noch bessere Geschäftslage in fünf Jahren.

Aber es gibt auch andere Umfrageergebnisse

Denn bei einer Umfrage der genossenschaftlichen DZ Bank erklärte nur jedes 20. Unternehmen (von rund 1.000 befragten Entscheidern aus dem Mittelstand), über eine Verlagerung des Hauptsitzes ins Ausland nachzudenken. Für acht Prozent komme die Verlagerung einzelner Standorte infrage, während sich immerhin 13 Prozent vorstellen könnten, einzelne Abteilungen ins günstigere Ausland zu verlegen. Unter dem Strich bleibe der deutsche Mittelstand demnach trotz aller Standortprobleme heimatorientiert, berichtete das Institut aus dem Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken. Knapp 80 Prozent der befragten Unternehmen könnten sich grundsätzlich nicht vorstellen, Deutschland als Unternehmensstandort ganz oder teilweise zu verlassen. Vor allem größere Unternehmen aus energieintensiven Branchen wie der Chemie prüften aber solche Alternativen. Als problematisch werden außer den hohen Kosten die Bürokratie und fehlende Digitalisierung angesehen.

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