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Die Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt
Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) wurden im vergangenen Jahr an die 1,1 Mio. Flüchtlinge in Deutschland registriert. Bei vielen bleibt es jedoch unklar, ob ein Asylantrag durchgeht oder die Abschiebung zurück in Flüchtlingsländer wie Syrien, Afghanistan und den Irak bevorsteht. Durch die Flüchtlingszahlen wird angenommen, dass bis zu 80 % der Asylanträge angenommen werden. Rund 70 % derjenigen, die in Deutschland bleiben dürfen, sind erwerbsfähig, davon sollen laut IW Köln 75 % dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen können.
So sollen in diesem Jahr 400.000 Flüchtlinge in der Berufswelt Fuß fassen, wovon aber wohl nur jeder vierte eine Stelle bekommen wird. Die übrigen Flüchtlinge werden nach und nach arbeitstätig, bis zu diesem Zeitpunkt jedoch Hartz IV beziehen müssen. Ein wichtiger Punkt bei den derzeitigen politischen Bemühungen sollte also sein, die Kosten der Zuwanderung zu regulieren.
Europäische Asylagentur soll es richten
Auch hierzu haben Wirtschaftsforscher bereits Vorschläge unterbreitet: Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat beispielsweise eine Studie durchgeführt, die beweisen soll, dass eine gemeinsame europäische Asylagentur viele Probleme in der derzeitigen Flüchtlingspolitik lösen könnte. Denn obwohl sich alle Mitgliedsländer theoretisch an die EU-Richtlinien halten müssten, gibt es teilweise gravierende Unterschiede in der Vorgehensweise der einzelnen Staaten.
Hierbei variieren nicht nur die Kosten der Asylverfahren, auch die Art und Weise der Verpflegung und Unterbringung. Eine gemeinsame Agentur könnte Fachpersonal besser schulen, eine gerechtere Asylpolitik herstellen und die Richtlinien ordentlicher durchsetzen. Zusätzlich könnten Kosten gesenkt und das noch bestehende System der einzelnen Asylverfahren abgeändert werden. Für das Vorhaben schätzt die ZEW-Studie eine Erhöhung des EU-Haushalts auf 30,3 Mio. Euro. Diese Zahl wurde auf Basis der Flüchtlingszahlen des vergangenen Jahres berechnet. Deutschland müsste den Haushalt um 6 Mrd. Euro anheben, könnte dann allerdings 11 Mrd. Euro Flüchtlingskosten zurückbekommen.
* Victoria Krafft und Barbara Schalk studieren Technikjournalismus an der TH Nürnberg und arbeiten gemeinsam mit MM MaschinenMarkt am Projekt „Chance Flüchtlinge“.
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