Milliardenrisiko!

Deutschlands Wirtschaft ist zu sehr von Rohstoffen abhängig

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Fällt China aus, kostet es der Wirtschaft 115 Milliarden

Sollte es zum Beispiel durch Handelskonflikte zu einem Totalausfall von China als Rohstoffquelle kommen, wären insgesamt gut 80 Prozent des deutschen Imports von Lithium und Lithium-Produkten verschwunden. Allein im Automobilsektor sind 34 Prozent der Wertschöpfung oder 52 Milliarden Euro auf lithiumhaltige Produkte angewiesen, betonen die Experten. Somit wären in diesem Sektor rund 42 Milliarden Euro Wertschöpfung in Gefahr. Durch die direkten und abgeleiteten Auswirkungen auf die Automobilindustrie entstünde sogar ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 88 Milliarden Euro, wie die Spezialisten ausgerechnet haben. Werden auch noch Auswirkungen in anderen Bereichen des verarbeitenden Gewerbes berücksichtigt, ergibt sich ein gesamtwirtschaftlicher Schaden von 115 Milliarden Euro.

Auf diesen drei Säulen kann Deutschland agieren

Das Beispiel Lithium zeigt also besonders drastisch, wie groß die Risiken einer Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern sind. Aber auch bei anderen kritischen Rohstoffen sehe es kaum besser aus. Darum ist es höchste Zeit, Maßnahmen zu ergreifen und mit einer neuen, wirksamen Gesamtstrategie gegenzusteuern, wie die Experten fordern. Diese müsse auf drei Säulen stehen! Zum einen sollte die heimische Rohstoffförderung und -verarbeitung gestärkt werden – Deutschland schöpfe zum Beispiel bei Lithium sein Potenzial bisher nicht aus. Dafür brauche es aber unter anderem politische und regulatorische Planungssicherheit, staatliche Investitionen sowie finanzielle und steuerliche Anreize.

Die zweite Säule betrifft die Diversifizierung der Lieferländer – etwa durch Aufbau neuer und Vertiefung bestehender Rohstoffpartnerschaften. Zusätzlich sollte Deutschland eng mit unterschiedlichen Abnehmerländern zusammenarbeiten, um Synergien zu nutzen und gemeinsame Standards sowie Strategien zu entwickeln.

Die dritte Säule steht für mehr Resilienz der Rohstoffversorgung – beispielsweise technologische Innovationen, wie etwa der zügige Aufbau der Kreislaufwirtschaft. Während die meisten metallischen Rohstoffe beliebig oft recycelt werden können, müssen für andere Rohstoffe noch entsprechende Recyclingverfahren entwickelt werden, wie die Analysten anmerken. Deshalb seien Investitionen in Forschung, Entwicklung und Transfer von Schlüsseltechnologien im Bereich der Kreislaufwirtschaft dringend geboten.

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