Werkzeuge

Diamant bleibt scharf, Hartmetall bleibt günstig

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Peter Büttler, Director Business Development der Komet Schweiz AG und Verantwortlicher für die Leichtbauaktivitäten der Komet Group, Besigheim, macht klar: „Die Entwicklungsschwerpunkte liegen hauptsächlich in der Geometrieoptimierung für die unterschiedlichsten Bearbeitungsaufgaben und Werkstoffe.“ Diamantwerkzeuge (PKD) sollten immer unter möglichst stabilen Bearbeitungsverhältnissen eingesetzt und unbeschichtete oder zum Teil auch diamantbeschichtete Werkzeuge vorzugsweise bei manuellen oder Roboterbearbeitungen verwendet werden. MKD oder PKD seien gegenüber Hartmetall „die wesentlichen härteren Werkstoffe und schneiden im Standzeittest wesentlich besser ab“.

Das angeblich beste Werkzeug ist nicht immer das wirtschaftlich Sinnvollste

Für Sönke Lange, Key Account Manager Aircraft der Kromi Logistik AG, Hamburg, ist „nicht immer das angeblich beste Werkzeug auch das wirtschaftlich Sinnvollste“. Die Vielfalt an Beschichtungen von Leichtmetallen und Faserverbundwerkstoffen erfordere auch unterschiedliche Bearbeitungsstrategien, um beispielsweise eine Delamination zu verhindern. Je nachdem, ob der Bearbeitungsprozess manuell, semiautomatisch oder vollautomatisch geführt werde, ergäben sich völlig andere Anforderungen an das Zerspanungswerkzeug.

Wie lange ein Werkzeug ausreichend scharf bleibe, werde im Wesentlichen durch den Prozess bestimmt: „Der Austausch eines stumpfen Werkzeugs im laufenden Prozess ist im allgemeinen wirtschaftlich nicht sinnvoll. Bei seriennahen Prozessen gibt es bei CFK-Werkstoffen deshalb einen Trend zu diamantbeschichteten Vollhartmetall-Werkzeugen, da sie bei den abrasiv wirkenden Materialien eine höhere Wirtschaftlichkeit erzielen.“

Starke Argumente durch enorme Standzeiten

Heinz Peter Boost, Leiter Produktmanagement der Seco Tools GmbH, Erkrath, bringt die Frage nach Diamant oder Hartmetall auf den Punkt: „Diamantschneiden überzeugen durch enorme Standzeiten, die gerade in der Serienfertigung von entscheidender Bedeutung sind. Hartmetallwerkzeuge auf der Basis von Wendeschneidplatten, sowohl unbeschichtet und poliert als auch beschichtet, ermöglichen dem Anwender eine interessante Alternative, wenn vorrangig Kosten pro Schneide im Vordergrund stehen.“

Auch zu den Standzeiten gibt Boost eine klare Antwort: „Diamant bleibt länger scharf, Hartmetall bleibt länger günstig. Wenn hohe Anforderungen an die Zähigkeit bei ungünstigen Zerspanungsbedingungen gestellt werden, kann es aber auch umgekehrt sein. Das zeigen neueste Untersuchungen im Rahmen von hochschulnahen Forschungsprojekten, bei denen unbeschichtete, polierte Wendeschneidplatten im Vergleich zu beschichteten und mit Diamant bestückten zum Einsatz kamen. Hier überzeugten die beschichteten Hartmetall-Wendeschneideplatten aufgrund der längsten Standzeiten.“

Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) auf der Metav 2014: Halle 16, Stand H39

* Walter Frick ist Fachjournalist in Weikersheim.

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