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Werkzeuge Diamant bleibt scharf, Hartmetall bleibt günstig

| Autor / Redakteur: Walter Frick / Helmut Klemm

Marilyn Monroe wusste es nicht besser: „Diamonds are a girl’s best friend“, trällerte sie vor über 50 Jahren – inzwischen sind Diamanten auch mit den Leichtbauwerkstoff-Zerspanern befreundet und buhlen „Kopf an Kopf“ mit den Hartmetallen um ihre Gunst. Jeder Bewerber erhält immer wieder neue Chancen.

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GFE-Manager Dr. Steffen Reich: "Die unübertroffene Universalität des Hartmetalls erlaubt die Bearbeitung nahezu jeder Materialkombination."
GFE-Manager Dr. Steffen Reich: "Die unübertroffene Universalität des Hartmetalls erlaubt die Bearbeitung nahezu jeder Materialkombination."
(Bild: GFE )

Die große Bandbreite heutiger Leichtbauwerkstoffe erfordert auch eine Vielfalt von Schneidstoffen, denen auf der Metav 2014 zwei Veranstaltungen gewidmet sind: das Metav-Technologieforum „Zukunftsfähige Zerspanprozesse“, das heute, am 12. März 2014, von 13 bis 17 Uhr, und morgen, am 13. März 2014, von 9 bis 13 Uhr, im Congress Center CCD Ost, Raum R, stattfindet; dazu kommt noch das Expertenforum Composites, das vom ersten Messetag an bis zum Freitag, dem 14. März 2014, täglich auf dem Messestand von Vogel Business Media in Halle 15, Stand B47, Vorträge über die Bearbeitung von Verbundwerkstoffen anbietet.

Ganz klare Vorteile bei Beschaffungskosten

Nach Einschätzung von Dr. Steffen Reich, Leiter Forschung und Entwicklung der GFE – Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e.V., einem Mitveranstalter des Metav-Technologieforums über das Zerspanen, werden klassische Schneidstoffe des Leichtbaus wie polykristalliner Diamant (PKD) oder monokristalliner Diamant (MKD) und auch beschichtete – nicht diamantbeschichtete – Hartmetalle an Bedeutung gewinnen: „Die unübertroffene Universalität des Hartmetalls erlaubt die Bearbeitung nahezu jeder beliebigen Materialkombination. Darüber hinaus sind auch klare Vorteile im Bereich der Beschaffungskosten vorhanden“.

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Monokristalline Diamanten wird man laut Dr. Reich „weiterhin auf die ‚edle Nische‘ der Erzeugung von Hochglanzoberflächen beschränken. Dafür gibt es bislang keine wirkliche Alternative. Ein Einsatz in weiteren Bereichen, die auch durch andere Schneidstoffe abgedeckt werden können, ist auf Grund der hohen Kosten nicht zu erwarten“.

Standzeit hängt vom Einsatzfall und der Art des Schneidstoffs ab

PKD und durch chemische Gasphasenabscheidung beschichtete CVD-Dickschicht-Diamanten stellen Reich zufolge in einigen Anwendungsfeldern konkurrierende Schneidstoffe dar. Dabei werde PKD eher im Bereich der Schruppbearbeitung verwendet, CVD-Dickschicht-Diamant typischerweise zur Schlichtbearbeitung. Nachdrücklich weist der Schmalkaldener Experte aber darauf hin, dass nicht alle Leichtbauwerkstoffe mit Diamant bearbeitbar sind.

Die generelle Frage nach der längeren Standzeit sei nicht seriös zu beantworten, denn die Antwort hänge vom Einsatzfall und der Art des Schneidstoffs ab: „Natürlich wird bei einem rein abrasiven Verschleiß der härtere Diamant Vorteile gegenüber dem Hartmetall haben“, sagt Dr. Reich, „sind jedoch andere Verschleißmechanismen vorhanden wie etwa Diffusion und Adhäsion oder gar dominierend, kann der Vorteil auch beim Hartmetall liegen.“

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