Digitaldruck

Die Digitalisierung treibt's bunt

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Druckkopf für haptische Effekte vielfältig einsetzbar

Ausfälle der Düsen durch Luftblasen und Verunreinigungen werden automatisch behoben, wie es weiter heißt. Die Technik mit isolierten Kanälen biete die höchste Strahlfrequenz mit einer Produktivität von 2477 ml/s. Der Druckkopf ist sowohl mit Öl, UV- und lösemittelbasierenden als auch mit wasserbasierenden Fluiden kompatibel.Er kann zum Bedrucken von Keramik, Holz, Glas, Wellpappe, Bekleidung und Heimtextilien sowie zum Beschichten und Lackieren, Codieren und Markieren und sogar für die Additive Fertigung (3D-Druck) eingesetzt werden.

Der Automatisierung beim Digitaldruck widmete sich der Anbieter Colorgate. Zum ersten Mal zeigte das Unternehmen sein aktuelles Projekt mit der österreichischen Ipac: ein neues Inlinesystem zur Qualitätssicherung und Farbkorrektur im Digitaldruck. Das Inline Colour Measurement System (ICMS) ermöglicht eine vollständig automatisierte Produktionsüberwachung, die auf das jeweilige Druckbild zugeschnitten ist. Farbliche Abweichungen werden in Echtzeit erkannt. Auch die Profilierung erfolgt im Produktionsprozess, ohne Targets, direkt am Muster. Der bisher übliche Offline-Arbeitsablauf mit dem Einmessen von Testformen entfällt hierbei.

Der multispektrale Inlinescanner kann für unterschiedliche Materialien und Druckverfahren eingesetzt werden, wie Colorgate weiter berichtet. Er unterstützt die Definition, Beurteilung und Reproduktion des Farbeindrucks dekorativer Oberflächen.

Farbabweichungen in der laufenden Produktion korrigieren

Ipac und Colorgate arbeiten gemeinsam an einem Projekt zur Closed Loop Color Correction. Dabei entsteht ein gemeinsames System, mit dem gemessene Farbabweichungen während der laufenden Produktion korrigiert werden.

Ein weiteres Angebot auf dem Colorgate-Stand war die kommende Version des Packaging Productionserver, einer modularen RIP-, Workflow- und Farbmanagementsoftware für die Verpackungsproduktion. Ihr neues Spectral-Spot-Modul unterstützt die spektrale Charakterisierung von Sonderfarben auf der Basis des Standards CxF/X4. Während herkömmliche Farbdefinitionen auf Cielab-Basis nur für bestimmte Lichtarten und Betrachtungsbedingungen verbindlich sind, können spektral definierte Sonderfarben nun flexibel und mit hoher Genauigkeit eingesetzt werden, wie es heißt.

Ab dem kommenden Major Release sollen die Productionserver von Colorgate außerdem die Farbpaletten von Pantonelive sowie den HLC-Farbatlas von freie Farbe e. V. unterstützen. Mit dem Spectral-Spot-Modul können eigene Farbtabellen erstellt und kommuniziert sowie farbechte Druckergebnisse erreicht werden.

Neben Farbe auch Glanz und Struktur reproduzieren

Ebenfalls auf dem Stand war der 3D Surface Director zu sehen, ein umfassendes Scan-to-Print-System aus dem Surf-3D-Scanner von Metis srl. und Colorgates Productionserver. Mit dem Super-
Scan des Surf 3D können Lichtrichtung und -intensität gesteuert werden. So werden neben der Farbe auch Struktur und Glanzeigenschaften eines Objektes erfasst. Mit diesen Daten können ursprüngliche Designs exakt reproduziert oder neue Designs entworfen werden. Colorgates Farbmanagementsystem ermöglicht einen farbgenauen Druck auf unterschiedlichen Ausgabesystemen. In Kombination mit einem 3D-Drucker können vor Ort Testdrucke von neu gestalteten Objekten erstellt werden.

Nachhaltigkeit ist derzeit bei den Farben für den Digitaldruck ein wichtiger Trend. Aus diesem Grund wächst das Interesse an wässrigen Inkjet-Tinten für industrielle Anwendungen stark, da sie Vorteile in Bezug auf Ökologie, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit bieten. Der Farbenhersteller Agfa hat dazu die Entwicklung von wasserbasierten Inkjet-Tinten für den Verpackungsdruck gezeigt. Der Fokus lag auf Wellpappverpackungen und flexiblen Verpackungen, da der Inkjetdruck in diesem Marktsegment die Nachfrage der Marken nach personalisierten Verpackungen zu akzeptablen Kosten erfüllt sowie Just-in-Time-Lieferung und bei der Suche nach ökologischeren Alternativen Unterstützung bietet.

Erste Tampondruckfarbe auf Wasserbasis weltweit

Konkurrent Marabu zeigte mit Maqua Pad MAP die laut Hersteller weltweit erste wasserbasierte Tampondruckfarbe. Das Farbsystem wurde für die Dekoration von sensiblen Anwendungen entwickelt. Aufgrund der wasserbasierten Formulierung ist die Tampondruckfarbe geruchsneutral, PAK-arm, ohne Einsatz von BPA/BPS hergestellt und weist sehr niedrige VOC-Werte aus, wie es heißt. Diese wasserbasierten Digitaldruckfarben werden insbesondere bei der Personalisierung von Spielzeugteilen aus Holz oder Kunststoff verwendet. Sie sind bei allen gängigen industriellen Druckköpfen einsetzbar.

Die wasserbasierte Digitaldruckfarbe Maqua Jet DA-FXP bietet Marabu für den Direktdruck auf flexiblen Lebensmittelverpackungen an. Sie entspricht den Anforderungen der Eupia „Swiss Ordinance on Food Contact Materials and Articles“ und „Nestlé Guidance Note on Packaging Inks“. Die wasserbasierte Inkjetfarbe ist exklusiv für Maschinenhersteller und Systemintegratoren erhältlich, ermöglicht mehrschichtige Verpackungen und ist für Laminier- und Schweißprozesse optimiert, wie es heißt.

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Außerdem zeigte Agfa Inkjet-Tinten für die Herstellung von gedruckter Elektronik und Leiterplatten (PCB). Zu sehen waren Inkjet-Tinten für den Legendendruck, was eine Flexibilität in Bezug auf Losgröße, variablen Datendruck und positionsabhängige Schichtdicke ermöglicht. Ein weiteres Exponat waren Nanosilbertinten, die sich durch hohe Leitfähigkeit bei geringer Silberdeposition (1 Mikron DFT) auszeichnen und hochauflösenden Druck liefern, um kleinere, leichtere und kostengünstigere gedruckte Elektronikgeräte herzustellen.

Bei Marabu waren zudem die Siebdruckfarben Ultra Pack UVFP für Kunststoffverpackungen zu sehen. Sie sind als erstes und einziges Farbsystem auf dem Markt nachweislich für den Druck auf den für die Migration kritischen und für Lebensmittelverpackungen am häufigsten genutzten PE/PP-Kunststoffen getestet und freigegeben, wie der Hersteller berichtet. Die schnelle Härtung ermöglicht Druckgeschwindigkeiten von bis zu 5000 Containern pro Stunde.

Hohe chemische Beständigkeit bei Farben wichtig

Für eine hohe chemische Beständigkeit zeigte Marabu Ein- und Zweikompontenfarben. Die einkomponentige Mara Tech MGO ist eine Einbrennfarbe für Glas- sowie Metallanwendungen im Sieb- und Tampondruck. Ihre silikonhaltige Rezeptur eignet sich für „First-&-Second-Surface“-Anwendungen speziell im Container-und Flachglasbereich. Die einkomponentige Verarbeitung bietet laut Hersteller Prozesssicherheit und ermöglicht einen Einsatz der Farbe auf Babyflaschen, Trinkgläsern oder medizinischem Zubehör. Die zweikomponentige Mara Glass MGLA eignet sich ausschließlich für „Second-Surface-“ beziehungsweise Flachglasanwendungen, zum Beispiel Smartphones, Eingabesysteme oder Bedienoberflächen im Außenbereich.

Insgesamt 2755 Fachbesucher konnte die Messe Inprint in München laut Veranstalter Mack Brooks Exhibitions vom 12. bis 14. November 2019 begrüßen. Auf der Ausstellerseite nahmen 136 Unternehmen aus 22 Ländern teil. Die nächste Inprint findet vom 20. bis 22. Oktober in Mailand statt, im Jahr 2021 kehrt die Messe dann nach München zurück.

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