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Die einheitliche und leistungsstarke Revolverschnittstelle PTI

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Der Weg zur internationalen Normung

Ein besonderes Merkmal der PTI-Entwicklung war die begleitende Normung, die sich die PTI-Projektpartner zur Aufgabe gemacht hatten. Parallel zur eigentlichen Produktentwicklung wurden die Schnittstellenelemente Schaft, Aufnahme und Kupplung dazu normgerecht beschrieben, sodass 2019 zunächst ein Normvorschlag für drei Baugrößen bei DIN eingereicht werden konnte. Wegen der internationalen Bedeutung der PTI-Schnittstelle entschied das zuständige DIN-Gremium 2021, das Projekt in eine ISO-Norm zu überführen. Nach zahlreichen internationalen Abstimmungsrunden (unter Beteiligung von Deutschland, Frankreich, Japan, Schweden und der Schweiz) wurde der Normungsprozess im Oktober 2024 mit der Veröffentlichung der dreiteiligen PTI-Norm abgeschlossen (Polygonal turret interface with flat contact surface ISO 5686-1, -2, -3:2024-10).

In den Bildern 2 und 3 sind Schaft und Aufnahme der PTI-Schnittstelle dargestellt. Das Besondere ist das kegelige 8-fach-Polygon (Hypotrochoide) mit Plananlage. In Kombination mit der überbestimmten Gestaltung der Schnittstelle werden auch höchste Drehmomente garantiert übertragen, was von keinem anderen Konstruktionselement erreicht wird. Die Hohlschaftgestaltung erlaubt die Einnahme eines stabilen Plananlagesitzes. Gleichzeitig herrscht eine hohe Pressung am Polygonkegel. Das Aufnahmepolygon wird aus fertigungstechnischen Gründen nicht direkt in eine Revolverscheibe eingebracht. Hier bietet OTT-Jakob serienmäßig Polygonflansche als Industriestandard an, die das genormte Aufnahmepolygon enthalten. Diese sind aber nicht genormt.

Bild 2: PTI-Schnittstelle – ISO 5686-1 – und Schäfte der Typen F, H und A.(Bild:  OTT-Jakob)
Bild 2: PTI-Schnittstelle – ISO 5686-1 – und Schäfte der Typen F, H und A.
(Bild: OTT-Jakob)

Bild 3: PTI-Schnittstelle – ISO 5686-2 – und Aufnahmen der Typen F, H, A und X.(Bild:  OTT-Jakob)
Bild 3: PTI-Schnittstelle – ISO 5686-2 – und Aufnahmen der Typen F, H, A und X.
(Bild: OTT-Jakob)

In den Schaft- und Aufnahmenormen werden außer den eigentlichen Schnittstellenmaßen alle für die Übertragung von Kühlschmiermittel (KSS) und Sperrluft erforderlichen Bohrungen beschrieben (Bild 4). Die in der Norm festgelegten Ausführungsformen reichen von einfacher KSS-Übertragung (PTI-F) über eine Ausführung mit zusätzlicher KSS-Versorgung (PTI-H) bis hin zur Variante mit KSS und Sperrluft für angetriebene Werkzeuge (PTI-A). In der Aufnahmenorm wird eine weitere universelle Ausführung beschrieben (PTI-X), die alle Einzelelemente kombiniert.

Bild 4: PTI-Schnittstelle – ISO 5686 – und die Medienzufuhr bei verschiedenen Typen.(Bild:  OTT-Jakob)
Bild 4: PTI-Schnittstelle – ISO 5686 – und die Medienzufuhr bei verschiedenen Typen.
(Bild: OTT-Jakob)

Im Fokus der PTI-Entwicklung stand außer der Normung der Schnittstelle selbst auch diejenige der Kupplung für angetriebene Werkzeuge (Bild 5). Durch diese Festlegung wird die absolute Einheitlichkeit der Schnittstelle erreicht, die keine andere am Markt befindliche Revolverschnittstelle bietet. Sowohl angetriebene Werkzeuge mit genormtem VDI-Schaft (DIN ISO 10889-1) als auch angetriebene Werkzeuge in einer der über einem Dutzend unterschiedlich ausgeführten BMT-Varianten können mit verschiedensten Antriebskupplungen ausgeführt werden. Die PTI schafft erstmalig Abhilfe gegen die Komplexität und Unübersichtlichkeit der Schnittstellen und Kupplungen.

Bild 5: PTI-Schnittstelle – ISO 5686-3 – nebst Kupplungen für angetriebene Werkzeuge.(Bild:  OTT-Jakob)
Bild 5: PTI-Schnittstelle – ISO 5686-3 – nebst Kupplungen für angetriebene Werkzeuge.
(Bild: OTT-Jakob)

Die PTI-Spanntechnik von OTT-Jakob

Der genormte PTI-Schaft besitzt eine flache 25°-Spannschulter und eine 30°-Auswurfschräge. Die Spannung erfolgt ähnlich der Steilkgelspannung von außen nach innen. PTI-Spannmechanismen sind nicht Bestandteil der Norm. Sie können deshalb ähnlich den SK- oder HSK-Schnittstellen anwenderspezifisch gestaltet werden. Als maßgeblicher Entwicklungspartner im PTI-Projekt und Protagonist der PTI-Schnittstelle bietet OTT-Jakob manuelle Spannsysteme für alle drei PTI-Nenngrößen serienmäßig an (PTI-42/-54/-65).

Mit dem aus nur drei Teilen bestehenden Spannsystem (Spannrahmen, Spannschieber, Rechts-/Links-Gewindeschraube) können hohe Spannkräfte erzeugt werden (Bild 6), die ebenso hohe statische Grenzbelastungen bewirken. So kann das Leistungsniveau einer Revolverdrehmaschine ohne Einschränkungen genutzt werden. Messungen des dynamischen Verhaltens haben gezeigt, dass PTI-Schnittstelle und -Spannsystem das Gesamtsystemverhalten aus Drehmaschine, Schnittstelle und Werkzeug auch dynamisch positiv beeinflussen.

Bild 6: PTI-Schnittstelle und manueller Spannmechanismus für Revolverdrehmaschinen. (Bild:  OTT-Jakob)
Bild 6: PTI-Schnittstelle und manueller Spannmechanismus für Revolverdrehmaschinen.
(Bild: OTT-Jakob)

Die Betätigung mit nur einer Schraube macht dieses Spannsystem zu einem Schnellwechselsystem, das Nebenzeiten verkürzt. Starke Ausstoßschultern in Verbindung mit einem großen Hub lösen die Spannverbindung eindeutig und erleichtern die Entnahme der Werkzeughalter. Es kann sich nichts verklemmen. Den PTI-Spannsatz, bestehend aus Polygonflansch und Spannsystem, bietet OTT-Jakob allen Werkzeugmaschinen- und Revolverherstellern an. Es können auch anforderungsgerechte Anpassungen an Polygonflansch oder Spannsystem vorgenommen wer-den, um etwa mehr oder weniger als zwölf Werkzeugplätze auf einer Revolverscheibe unterzubringen oder die Radialrevolverscheibe ohne Frontdeckel auszuführen.

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