EU-Industriepolitik neu definiert Die Finanzindustrie ist tot - es lebe die Industrie!
Um europäische Unternehmen für den internationalen Wettbewerb zu stärken, hat die Europäische Kommission am 10. Oktober 2012 einen umfangreichen Katalog für eine proaktive Industriepolitik vorgelegt. Durch eine "Neuindustrialisierung" soll das Wachstum in der EU gepusht werden.
Anbieter zum Thema

Stärkere Investitionen in Unternehmen, in Forschung und in Berufsqualifikation, besserer Zugang zu Kapital und zu den Märkten sollen den Abwärtstrend in der Industrie stoppen und bis 2020 den Anteil der Industrie an der EU-weiten Wirtschaftsleistung von derzeit rund 16 auf 20 % steigern. Das alles sieht der Katalog der EU-Kommission vor. Ziel: Die lahmende EU soll in ein neues Wachstumszeitalter eintreten.
Tajan: Es soll wieder ein Klima der Zuversicht und des Unternehmergeists herrschen
Der für Industrie und Unternehmertum zuständige Vizepräsident der Kommission Antonio Tajani sagte: "Wir können nicht weiterhin einfach dabei zusehen, wie unsere Industrie aus der EU abwandert. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Unsere Industrie kann Wachstum und Arbeitsplätze schaffen. Heute haben wir deutlich gemacht, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit wir in Europa in Zukunft auf eine nachhaltige Industrie bauen können, in der die notwendigen Investitionen in neue Technologien getätigt werden und wieder ein Klima der Zuversicht und des Unternehmergeists herrscht. Wenn wir zusammenarbeiten und das Vertrauen wiederherstellen, können wir die Industrie zurück in die EU bringen."
Die Industrie in der EU sei bestens dafür gerüstet, ist man in Brüssel überzeugt: Europa sei in vielen Schlüsselbranchen, etwa der Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Chemie- und Pharmaindustrie, weltweit führend. Auf die Industrie entfallen immer noch vier Fünftel der Exporte der EU und 80 % der dort getätigten privatwirtschaftlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Deutschland als Speerspitze der Re-Industrialisierung Europas
Außerdem hat die Kommission heute zwei Berichte zur Wettbewerbsfähigkeit angenommen. Deutschland kommt hier eine führende Rolle zu. Zusammen mit den skandinavischen Ländern, Österreich, den Niederlanden, Irland, Belgien und Frankreich liegt es mit seiner beständigen Leistungsfähigkeit vorne.
Weniger gut dagegen schneiden südeuropäische Länder sowie Estland, Slowenien und Luxemburg ab. Beim neuen Anzeiger zum Vergleich der industriellen Leistung der Mitgliedstaaten werden fünf Schlüsselbereiche berücksichtigt: Industrieproduktivität, Ausfuhrleistung, Innovation und Nachhaltigkeit, Unternehmensumfeld und Infrastruktur sowie Finanzierung und Investitionen.
Hintergrundmemo zur neuen EU-Industrialisierungs-Inititaive (in englischer Sprache).
(ID:36067460)