Das eingesetzte Hydrauliköl ist mit seinen Eigenschaften in der Materialdatenbank hinterlegt. Solidworks Flow Simulation ist schon mit einer solchen Datenbank ausgestattet, doch kann der Anwender auch selbst die Daten ergänzen oder auf die Solidworks-Materialdatenbank zugreifen. Das wichtigste für die Fluidsimulation bei Bionicon sind die hinterlegten Viskositätskurven.
Geringe Hürden für den Simulations-Einsatz
Der Aufbau des Modells in Solidworks Flow Simulation dauert bei Bionicon nicht lange. „Kenne ich das Modell schon sehr gut, weil ich es selbst konstruiert habe, dann dauert das eher Minuten als Stunden“, erläutert der Bionicon-Ingenieur Markus Lindstedt. „Ich muss nur wissen, wo ich die Randbedingungen anbringe – also die richtige physikalische Beschreibung.“ An einem Beispiel erläutert er das: Er definiert einen Volumenstrom am Einlass, einen Umgebungsdruck und einige Messfühler („Ziele“). Der Rest ist durch die Geometrie des Bauteils schon vorgegeben. Bevor die Berechnung durchgeführt wird, kann über wenige Parameter noch die Weite der Vernetzung angegeben werden. Mehr braucht es nicht und nach einer halben Stunde ist das Ergebnis zu sehen.
Angesichts dieser unkomplizierten Handhabung ist es einfach, am bestehenden Modell Verbesserungen beziehungsweise Veränderungen vorzunehmen, um schnell zu sehen, wie sich diese im Strömungsverhalten auswirken. Erst wenn diese Berechnungen zufriedenstellend sind, baut man bei Bionicon die veränderte „Hardware“ nach. Seit das Unternehmen die Simulationstools nutzt, werden Ideen zuerst in der Software überprüft; könnte es funktionieren, wird ein realer Prototyp gebaut.
Und bei Bionicon sind es viele Ideen, die auf diese Weise getestet werden. Nicht umsonst wurde das Unternehmen bereits mehrfach von der Zeitschrift „Bike“ als innovativster Fahrradhersteller ausgezeichnet. Lindstedt: „Innovation hat bis zu 99 % Fehlversuche und wenn man diese in der Anzahl der Hardware reduzieren kann, dann ist man schneller bei der Innovation.“ MM