Preisgestaltung Die Inflation macht die Maschinenbauer nicht unglücklich

Redakteur: Robert Weber

Bekommen Sie das, was Sie verdienen? Viele Unternehmen in Deutschland nicht. Eine Ausnahme macht der Anlagen- und Maschinenbau. Warum die Unternehmen so stark beim Pricing sind und wo Risiken lauern, erklärt Stefan Herr, Partner und Industrieexperte bei der Unternehmensberatung Simon+Kucher.

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Für Innovationen und Ideen zahlt der Kunden eben gerne mehr, sagt Stefan Herr, Partner bei der Unternehmensberatung Simon+Kucher. (Bild: Simon+Kucher)
Für Innovationen und Ideen zahlt der Kunden eben gerne mehr, sagt Stefan Herr, Partner bei der Unternehmensberatung Simon+Kucher. (Bild: Simon+Kucher)

Im Gegensatz zu anderen Branchen verfügt der deutsche Anlagen- und Maschinenbau über eine starke Pricing Power. Die Unternehmen können mehrheitlich ihre Preise am Markt durchsetzen. Woran liegt das?

Der Anlagen- und Maschinenbau ist eine sehr innovative Branche. Die Firmen produzieren interessante Produkte, nutzen neue Technologien und erschließen neue Märkte. Für Innovationen und Ideen zahlt der Kunden eben gerne mehr.

Das bedeutet, eine hohe Inflationsrate macht den Maschinenbauern keine Sorgen?

Das stimmt. Über die gestiegene Inflation sind die meisten Maschinenbauer nicht unglücklich. Sie konnten so nach der Krise ihre Preise wieder anpassen. Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeite, haben zwischen 5 und 15% draufgeschlagen.

Alles gut also beim Pricing der Maschinenbauer?

Nicht überall. Auch das produzierende Gewerbe muss mit dem Preisdruck der Einkaufsabteilungen zurechtkommen. Das betrifft vor allem Firmen, die für einen konzentrierten Markt produzieren. Die Automobilzulieferer tun sich generell schwerer höhere Preise durchzusetzen, da der Einkauf auf der Gegenseite sehr professionell agiert.

Sie empfehlen mehr Masse als Klasse?

Nein, da haben Sie mich missverstanden. Es ist richtig, dass Maschinenbauer, die über mehr als 1000 Kunden verfügen, es einfacher haben, mit den Preisen zu spielen und mal etwas auszuprobieren ohne Gefahr zu laufen, aus dem Markt verdrängt zu werden.

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