Schmierstoffe Die Lebensdauer von Maschinenteilen hängt von der Auswahl des Schmierstoffs ab

Autor / Redakteur: Gerd Ludwig und Wolfgang Gruss / Frank Fladerer

Spezielle Anwendungen benötigen passende Schmierfette, damit Maschinen und Anlagen die geplante Lebensdauer erreichen. Insbesondere im Hochleistungsbereich stoßen konventionelle Schmierstoffe an Grenzen. Hochleistungsschmierstoffe sind daher für viele bewegte Maschinenteile unerlässlich, wie sich am Beispiel eines Schmierfetts für Wälz- und Gleitlager zeigen lässt.

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Im Maschinen- und Fahrzeugbau finden Lager der unterschiedlichsten Konstruktionsarten Verwendung, unter anderem Kugelrollenlager, Zylinderrollenlager, Pendelrollenlager sowie Gleitlager. Konstrukteure und Anwender erwarten einen störungsfreien Betrieb ihrer Aggregate sowie eine definierte lange Lebensdauer der eingesetzten Konstruktionselemente, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Diese Erwartungen gelten auch dann, wenn alle Maschinenteile bis an die Grenze der mechanischen Belastbarkeit genutzt werden.

Hochleistungsschmierstoff oft unerlässlich

Konstruktiv, auf die jeweiligen Anlagen bezogen, erfolgt deren Umsetzung unter anderem durch die eingesetzte Lagerbauart und Werkstoffauswahl sowie die angestrebten tribologischen Bedingungen. Die während des Betriebs auftretenden Kräfte, beispielsweise Quer- und Stoßkräfte, müssen in ihren Einwirkungen berechenbar sein.

Die Verwendung eines Hochleistungsschmierstoffs, in diesem Fachaufsatz beispielhaft anhand eines Schmierfettes behandelt, ist für viele bewegte Maschinenbauteile unerlässlich (Bild 1). Die Reibung zwischen Werkstoffpaarungen muss reduziert und der damit verbundene Verschleiß minimiert werden.

Schlechte Schmierung führt zu Werkstoffermüdungen

Werkstoffermüdungen an den Oberflächen der Lagerlaufbahnen haben ihre Ursache zum großen Teil in einer unzureichenden Schmierung. Dies tritt insbesondere bei Pendelrollenlagern auf. Bei idealen Schmierbedingungen kann die Lebensdauer eines fettgeschmierten Lagers erheblich verlängert werden.

Unzureichende Schmierung ist zu etwa 90% die Ursache für Schäden an Wälzlagern. Gute Schmierung ist also für jede Maschine lebenswichtig. Man kann ohne weiteres sagen, dass jedes Teil und jede Maschine so viel wert ist, wie die Qualität ihrer Schmierung.

Jede Schmierstoffkomponente beeinflusst die Anwendung

In der DIN 51502 werden die Anforderungen und Bezeichnungen und Eigenschaften der Schmierstoffe definiert. Ein Beispiel aus der Praxis ist das Schmierfett KP2 P-30: Der Kennbuchstabe K definiert den Verwendungszweck; in diesem Fall Schmierfett für Wälz- und Gleitlager.

Der Buchstabe P informiert über die Leistungscharakteristik des Fettes; in diesem Fall Hochdruckzusätze EP. Die Zahl 2 legt die Konsistenz des Fettes fest; hier NLGI 2 (Walkpenetration 26,5 bis 29,5 mm). Der Zusatzkennbuchstabe P informiert über die obere Gebrauchstemperatur für Dauerschmierung; hier 160 °C. Schließlich legt die letzte Zusatzkennzahl die untere Gebrauchstemperatur fest, also –30 °C.

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