Antriebstechnik Die Metallverarbeitung profitiert von konstanter Automatisierung
In Spezialgebieten wie dem Stahlbau konnte sich Kaltenbach mit zukunftsweisenden Technologien behaupten. Mit modernen Antriebskonzepten wird der Maschinenbauer unter anderem bei der Entwicklung und Fertigung ihrer Blechbearbeitungszentren KF 2606/12 durch Stöber unterstützt.
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Als Hersteller von Säge- und Bohranlagen, Profil- und Blechbearbeitungszentren ist die Kaltenbach-Gruppe heute bei ihren Kunden ebenso angesehen wie als Produzent von modernen Strahl- und Konservierungsanlagen. Seit seiner Gründung im Jahr 1887 ist das Unternehmen im Familienbesitz und verfügt heute neben dem Stammsitz in Lörrach über Produktionsstätten in Hengelo in den Niederlanden und im französischen Burnhaupt. Um ihre Kunden rund um den Globus umfassend zu beliefern und zu betreuen, verfügt die Gruppe über neun Verkaufs- und Servicetöchter sowie Vertretungen in rund 50 Ländern. Seine führende Marktposition weltweit verdankt Kaltenbach vor allem seinen überzeugenden Innovationen und den hohen Qualitätsstandards.
Zum Produktionsschwerpunkt zählen unter anderem Kreissägemaschinen
Dabei profitieren die badischen Maschinenbauer unter anderem von ihrer hohen Fertigungstiefe. Dies beginnt bei der Produktentwicklung und Anlagenprojektierung und schließt die Teilefertigung und Montage ebenso ein wie die Inbetriebnahme, Wartung und den Service.
Einen Produktionsschwerpunkt, bei dem die langjährige Erfahrung besonders zum Tragen kommt, bilden die Kreissägemaschinen, Universalkreissägen und Sägeautomaten für Stahl und Aluminium. Zu diesem Bereich zählen auch die Kreissägen für Profilstähle sowie die Bandsägemaschinen.
Das traditionelle Geschäft mit Sägen stellt aber nur noch einen Teil der Produktpalette dar. Heute sind es Maschinen, die Werkstücke aus Stahl transportieren, bohren, stanzen, scheren, trennen, schweißen und deren Oberflächen behandeln. Die Lörracher setzen bei der Bearbeitung von Profilen und Blechen vor allem auf innovative Gesamtlösungen mit durchgängigen Automatisierungskonzepten. Ziel ist es, mit rationellen Konzepten die Produktivität von Maschinen-, Anlagen- und Stahlbauern sowie von Stahlhändlern deutlich zu steigern.
Blechplatten können in einer Aufspannung gebohrt und zugeschnitten werden
Mit der neuen Baureihe KF 2606/12 setzt Kaltenbach einen neuen Trend in der Blechbearbeitung (Bild 1). Die Bearbeitungszentren sind genau auf die Belange von Stahlbau und -handel sowie Apparate- und Maschinenbau abgestimmt. Mit ihnen lassen sich Bleche, Blechstreifen und Flachstähle zum Beispiel für Kopf- und Fußplatten sowie Knotenbleche rationell bearbeiten.
Im Maschinenbau können damit unter anderem Blechplatten in einer Aufspannung gebohrt und zugeschnitten werden. Dabei erfolgt im ersten Schritt immer die spanende und im zweiten Schritt die thermische Trennbearbeitung. Mit ihren bis zu zwei Bohr- und vier Brenneinheiten sind die Bearbeitungszentren in der Lage, Bleche bis zu einer Breite von 2600 mm, einer Länge von 12.000 mm und einer Dicke bis 100 mm vollautomatisch zu bearbeiten (Bild 2). Jede Achse ist mit einem automatischen Werkzeugwechsler mit sechs Werkzeugen ausgestattet. So lassen sich mit einer KF 2606/12 in einem Arbeitsgang Bleche signieren, markieren, bohren, körnen, senken, fräsen, gewindeschneiden und ausschneiden.
Speziell auf die Anlagen zugeschnittene Software
Nach der Bearbeitung transportiert die Anlage die Werkstücke zur automatischen Absortiereinrichtung. Ein manueller Eingriff ist nicht notwendig. Weitere Pluspunkte können die Bearbeitungszentren mit ihren integrierten Brennschneideeinheiten sammeln. Sie sorgen für eine sehr hohe Effizienz bei der Blechbearbeitung. Kaltenbach bietet für die neue KF 2606/12 zum effizienten Trennen von Blechen bis 50 mm Dicke Plasmabrenner und für Dicken bis 100 mm Autogenbrenner an. Alle KF-Maschinen arbeiten außerdem besonders materialsparend, denn mithilfe der Sparschnitt- beziehungsweise Gitterschnitttechnologie lassen sich Bleche sehr ökonomisch schachteln und mit wenig Verschnitt ausbrennen.
Bei der Bedienung setzt Kaltenbach auf moderne, speziell auf die Maschinen und Anlagen zugeschnittene Software. Die Programmierung erfolgt entweder direkt an der Maschine über den Touchscreen oder extern von der Arbeitsvorbereitung aus.
Um den hohen Anspruch an Qualität, Zuverlässigkeit und Leistung zu erfüllen, setzt Kaltenbach in vielen Anlagen und Maschinen moderne Antriebssysteme von Stöber ein. Bei den neuen Blechbearbeitungszentren der Baureihe KF 2606/12 sorgen Planetenservogetriebe-Motoren beim Bohren für die optimalen Drehmomente bei der Positionierung der Bohrspindeln. Kompakte Antriebe mit einem Drehmoment von 32 Nm bringen die Werkzeugwechsler mit ihren bis zu 12 kg schweren Werkzeugen in die exakte Position. Servomotoren von Stöber mit Planeten- und Kegelradgetriebe mit 2600 Nm Drehmoment sorgen auch für die genaue Positionierung der Messwagen.
„Unsere Kunden stellen hohe Anforderungen an Qualität, Maschinenverfügbarkeit sowie Positionier- und Wiederholgenauigkeit in allen Positionierachsen. Diese Forderungen reichen wir an unsere Lieferanten weiter“, erklärt der Entwicklungsleiter von Kaltenbach.
Kompatible Steuerungenfür eine perfekte Anbindung
Die Zusammenarbeit von Kaltenbach und Stöber begann im Jahr 2000 zunächst mit wenigen Einheiten und wurde seitdem kontinuierlich ausgebaut. Neben Qualität und Zuverlässigkeit war es die Kompatibilität mit den von Kaltenbach eingesetzten Steuerungen, die Stöber für die Entwickler interessant machte. Da Stöber in der Lage war, verschiedene Steuerungen perfekt anzubinden, eröffnete sich für sie damit ein großes Angebot an leistungsstarken Antrieben.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Auswahl der Antriebe ist für Kaltenbach das Komplettangebot von Servomotoren und Getrieben. Für die Kaltenbach-Entwickler ist es viel einfacher, optimal aufeinander abgestimmte Antriebseinheiten zu projektieren, als alle Komponenten getrennt auszusuchen, Motor und Getriebe zu kombinieren und zu testen. Bei den Stöber-Antrieben passen alle Teile perfekt zusammen. Es gibt keine Probleme, da die elektrischen Leistungsdaten stimmen, und das Zusammenspiel zwischen Motor und Steuerung entspricht den hohen Ansprüchen von Kaltenbach.
Die positiven Erfahrungen basieren nicht zuletzt auch auf kompetenter Beratung von Stöber. „Wenn wir eine Anwendung haben und setzen uns mit Stöber zusammen, dann hat der Antrieb bisher immer gepasst“, berichtet der Entwicklungsleiter von Kaltenbach.
Ein Vorteil, von dem das Unternehmen dabei profitiert, ist die große Variantenvielfalt an Antrieben und Getrieben, die auch bei kleinen Stückzahlen zu optimalen Ergebnissen führt. MM
* Johannes Berg ist Leiter Vertriebs-Center bei Stöber Antriebstechnik in 75177 Pforzheim,Tel. (0 72 31) 5 82-0, sales@stoeber.de
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