Kompressoren

Die neue Druckluft-Station befindet sich im Container

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Zwei Almig-Kältetrockner mit einer Maximalleistung von je 27,5 m3/min (1650 m3/h) werden für einen möglichst niedrigen Leistungsbedarf immer parallel gefahren und bereiten die Druckluft mit einem Taupunkt <2°C auf (Bild 5). Durch ihre reichliche Dimensionierung können Wartungs- und Reparaturarbeiten bei laufendem Betrieb ohne Qualitätsminderung der Druckluft durchgeführt werden. Die bereits aufbereitete Druckluft wird in einem 20-m3-Behälter vor Eintritt in das Netz zwischengespeichert.

Druckluft-Konzept umfasst Umweltschutz und Service

Sowohl die drei Schraubenkompressoren als auch die zwei Kältetrockner sind wassergekühlt. Das Kühlwasser wird dem werkseigenen Brunnen entnommen und anschließend in den Rhein eingeleitet. Ein Zwischenkreislauf mit Sicherheitswärmetauscher zwischen dem internen Ölkreislauf der Schraubenkompressoren und dem Kühlwasserdurchfluss verhindert, dass Öl bei einer Leckage im Ölkreislauf in das Kühlwasser und damit in den Rhein eintreten kann.

Diese Wasserkühlung der Kompressoren und Trockner garantiert auch für niedrige Temperaturen im Container, weil der weitaus größte bei der Verdichtung entstehende Wärmeanteil sofort über das Kühlwasser abgeführt wird.

Zuluftfilter minimiert Verschmutzung im Druckluft-Container

Die Ansaugluft wird vor Eintritt in den Container in einem Zuluftfilter von groben Staub- und Schmutzpartikeln gereinigt, was auch die Innenverschmutzung des Containers minimiert. Ein temperaturgestützter Ventilator auf der Abluftseite wird automatisch bei einer zu hohen Innentemperatur aktiv. Eine Stillstandsheizung verhindert bei längeren winterlichen Arbeitspausen beispielsweise über Weihnachten eine Unterkühlung des Innenraumes.

Alle Rohrleitungen im Container wurden in Edelstahl ausgeführt. Eine wasserdichte Bodenwanne verhindert zusätzlich zur serienmäßigen Ölwanne in den Kompressoren das Eindringen eventuell auslaufenden Öles in den Untergrund – ein Punkt, welcher für ein umweltzertifiziertes Unternehmen wie ABB wichtig ist.

Schnelle Störungsmeldungen für Druckluftsystem möglich

Störungen an Komponenten kann ABB über eine geplante Sammelstörmeldung abfragen und auf das Mobiltelefon eines Service-Mitarbeiters weiterleiten. Detailmeldungen wären möglich, sind aber in diesem Fall vom Betreiber nicht gefordert. Gleichzeitig signalisiert eine Rundum-Leuchte außen am Container die Abweichung einer Komponente vom Sollwert, was von der benachbarten Instandhaltung sofort erkannt werden kann.

Der zentrale Schaltschrank in der Station bietet außerdem die nachrüstbare Möglichkeit, Daten über die Schnittstelle RS 485 weiterzuleiten. Dazu enthält das Programm zwei bewährte Fernüberwachungssysteme:

  • In der Version Plant Control V werden die Daten der Steuerung Air Control 3 über Modem oder Profibus an einen internen PC beim Abnehmer weitergegeben.
  • In der Version Plant Control T können alle in der Station abrufbaren Daten zusätzlich über Teleservice via Modemverbindung in ein vordefiniertes externes Service-Center oder zum Hersteller Almig in Köngen geleitet werden. In dieser Version können alle betriebsrelevanten Daten 'online' sowohl von einer externen Service-Station beim Betreiber als auch beispielsweise von ei-nem Service- oder Contracting-Partner genutzt werden.

ABB geht davon aus, dass durch das neue Konzept jährlich etwa 15 t C02 eingespart werden können. Außerdem wird die Energie-Einsparung nach Unternehmenseinschätzung bei circa 17% liegen. Das Konzept einschließlich Schaltschrank wurde außerdem zukunftsorientiert angelegt, weil die zwei geregelten 70-kW-Anlagen bei steigendem Druckluft-Bedarf problemlos durch zwei 100-kW-Anlagen getauscht werden können. MM

* Volker Thomassen ist Leiter Produktmarketing der Almig Kompressoren GmbH in 73254 Köngen, Norbert Barlmeyer ist freier Journalist im Bereich Drucklufttechnik

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