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Die richtige Wahl der Spannmittel verkürzt die Bearbeitungszeit

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Eine kalte Dusche verbessert das High Speed Cutting

Wegen der positiven Erfahrungen mit Haimer-Produkten sind die Mitarbeiter von Langer immer bereit, Neuheiten zu testen: Das jüngste Beispiel ist das Cool-Flash-System, das dafür sorgt, dass Kühlschmierstoff (KSS) von außen zuverlässiger an die Werkzeugschneide gelangt, als dies bei den bisherigen Varianten der Fall war (Bild 5). Da viele Fräswerkzeuge aus Stabilitätsgründen über keine Bohrung zur inneren Kühlschmierstoffzufuhr (IKZ) verfügen, müssen die Werkzeuge, um hochwertigere Bearbeitungsergebnisse zu erhalten, meist von außen gekühlt und die anfallenden Späne weggespült werden.

Neben den weitverbreiteten Kühlschläuchen zur sogenannten Schwallspülung gibt es mittlerweile ins Futter integrierte Systeme. Sie sollen den KSS zielgerichtet an die Schneide führen. Langer hat sie ausprobiert. Die ersten Ergebnisse mit dem Spezialfutter eines anderen Anbieters waren bereits vielversprechend, allerdings funktionierte dieses Schrumpffutter nur mit einem komplizierten Aufsteckhülsensystem, das Sondergeometrien und besondere Sorgfalt in der Handhabung erforderte: Zum einen verschmutzten die in der Hülse eingebrachten feinen Düsen leicht und zum anderen müssen die Hülsen zum Ein- und Ausschrumpfen zeitaufwendig demontiert werden.

Ringförmig geleiteter KSS legt sich wie ein Mantel um den Fräserschaft

Das Haimer Cool Flash System zeigt in der Praxis offensichtlich, dass das KSS eng am Werkzeug bleibt: selbst bei 20.000 Umdrehungen sorgte das Verfahren nachweislich für gute Ergebnisse. Das Versuchsfutter des Wettbewerbers begann bereits bei über 6000 Umdrehungen weit zu streuen.

Beim Fräsen tiefer Kavitäten oder von Taschen ist es jedoch auch wichtig, dass die Späne zuverlässig herausgespült werden. Das funktioniert nur, wenn der KSS-Strahl mit hohem Druck auf die richtige Stelle trifft. Haimer hat dieses Problem in der eigenen Fertigung erkannt und bietet mit Cool-Flash auch dafür eine Möglichkeit: Am Ende des Spannfutters wird auf die Bohrungen des bereits existierenden Cool-Jet-Systems eine Scheibe angebracht, die einen schmalen Ringspalt mit Schlitzen gegenüber dem Werkzeugschaft freilässt (Bild 6). So wird der KSS nicht nur punktuell sondern ringförmig auf das Werkzeug geleitet und legt sich wie ein Mantel um das Werkzeug.

Der KSS haftet am Fräserschaft und gleitet von dort – auch unter hohen Drehzahlen – als Film, gezielt in der Spannut zur Schneide. Das reduziert die benötigte KSS-Menge und erhöht die Prozesssicherheit. Ein Ein- und Ausschrumpfen ist bei Cool Flash ebenfalls ohne umständliche Montage möglich.

* Oliver Lechner ist Verkaufsleiter Deutschland bei der Haimer GmbH in 86568 Igenhausen

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