Schwerzerspanung

Die richtigen Werkzeuge für die knifflige Hartgusswalzen-Zerspanung

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NC-gesteuerte Beladungshilfen

Speziell die Baureihe „mpmc“ (multi product machining center) von Weingärtner ist für solche Jobs konzipiert und beinhaltet horizontale Dreh-Fräs-Zentren, mit denen sich Bauteile bis 2000 mm Durchmesser, 15 m Bearbeitungslänge und 80 t Gewicht bearbeiten lassen. Im aktuellen Fall können die beiden Maschinen Bauteile bis 20 t Gewicht aufnehmen. Ausgerüstet mit einem Dreh-Fräs-Kopf und vollautomatisch einwechselbaren Bearbeitungseinheiten lassen sich mit den Maschinen des Typs „mpmc“ auch komplexe Teile wirtschaftlich zerspanen. Je nach Bearbeitung kommen dabei Ausbohr-, Trochoidal-, Verzahnungsfräs- und/oder Tieflochbohreinheiten zum Einsatz. Eine Besonderheit, auf die Exenberger in puncto Walzenbearbeitung hinweist, betrifft die zwei NC-gesteuerten Beladungshilfen für Werkstücke auf. Außer mit diesen Beladungshilfen wird auch mit einer NC-gesteuerten Lünette gearbeitet. Eine Spezialität, die direkte Auswirkung auf die Werkzeugauslegung hat, merkt Ceratizit an, ist die B-Achse. Diese B-Achse ermöglicht es, dass der Anstellwinkel der Werkzeuge stets an die Bearbeitungssituation und die nötige Schnitttiefe angepasst werden kann. Sehr hohe Vorschub- und Produktivitätswerte sind die Folge. Verstärkt wird dieser Vorteil dadurch, dass man mit den Drehwerkzeugen flexibel in beide Richtungen fahren kann. Außerdem sorgt die ebenfalls vorhandene Y-Achse dafür, dass man die Schneide über die Werkzeugachse setzen kann. Das stabilisiert die betreffenden Werkzeuge.

Herausforderung Schnitttiefe und Werkstoffhärte

Heikel für die Werkzeuge sind bei der Zerspanung dieser Walzen vor allem die hohen Werkstoffhärten in Kombination mit den Schnitttiefen bis 20 mm. Auch die Inhomogenität des Materials verschärft die Lage. Entscheidende Bewertungsgrößen für die wirtschaftliche Zerspanung sind kurze Bearbeitungs- und hohe Standzeiten sowie die Prozesssicherheit. Unter diesen Prämissen hat Ceratizit ein Werkzeugpaket für die Bearbeitung der Hartgusswalzen geschnürt, zu dem Dreh-, Stech- und Fräswerkzeuge gehören sowie Systeme für das Bohren, Gewindefräsen und Gewindebohren – alles Werkzeuge der Kompetenzmarken Cutting Solutions by Ceratizit, Komet, WNT und Klenk.

Zehn Schneiden machen produktiv

Konkret stehen dem Anwender beim Schwerdrehen mit den Schneidplatten LBMR 50, SCMT 38 sowie SN 25 die entsprechenden Schneidenlängen von 50, 38 respektive 25 mm zur Verfügung. Beim Stechen bietet das HX-System Stechbreiten zwischen 16 und 60 mm, um an den Zapfen die Schultern oder an einzelnen Walzen die geforderten Konturen herzustellen. Zu fräsen sind im Zapfenbereich der Walzen unter anderem Schlüsselflächen und Bohrungsradien. „Für solche Bearbeitungen empfehlen wir Werkzeuge der Reihen AHDM zum Schwerfräsen und AHFC zum High-Feed-Fräsen. Aber auch der Planfräser Maximill A271 sowie spezielle Radiusfräser kommen infrage“, zählt Peter Stebele, Prozessmanager Schwerzerspanung bei Ceratizit Austria, auf.

Den Maximill High-Feed-Fräser (HFC) schätzt er aufgrund seiner hohen Produktivität hier als besonderen Enabler ein. „Ausgerüstet mit zehn Schneiden, fährt dieser Fräser sehr hohe Zahnvorschübe bei kleinen Schnitttiefen, was besonders produktiv ist“, so Stebele.

Zugleich schruppt der HFC-Fräser aufgrund seiner geringen Schnitttiefen besonders konturnah, sodass er optimale Voraussetzungen für das Schlichten der Übergangsradien an den Schlüsselflächen schafft. Beim Schlichten der Schlüsselflächen sieht Ceratizit auch den VHM-Schaftfräser sowie CBN-bestückte Schlichtfräser als ideal an. Für das Bohren werden mit Ceratizit-Werkzeugen Durchmesser bis 155 mm möglich, beim Tieflochbohren bis 60 × D. Dabei teilt sich das Spektrum auf in Wendeplattenbohrer vom Typ Maxidrill MD900, die im Durchmesserbereich von 12 bis 63 mm durchgängig verwendet werden können, sowie in Werkzeuge aus Vollhartmetall für kleinere Bohrungen. Bei Werkstückgewichten von 18 t werden Gewinde bis minimal M2 gefertigt.

Auch bei der Endabnahme beim Kunden vor Ort

Weingärtners „mpmc“ für die Walzenbearbeitung wurden vom Anwender inzwischen vorabgenommen. Nach dem Abbau der Maschinen und dem Transport zum Bestimmungsort werden sie aufgebaut und endabgenommen. Auch dabei werden die Spezialisten von Weingärtner und Ceratizit vor Ort sein. Schließlich sei ein umfassender, zerspanungstechnisch kompetenter Service auf den regionalen Märkten unabdingbar, ist man sich in beiden Häusern einig. Besonders vor dem Hintergrund, dass man als Komplettanbieter für die Schwerzerspanung auf Folgeprojekte setzt. Der Markt ist schließlich vorhanden. MM

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