Geht nur so!

Die smart Factory braucht smarte Daten

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Hilfreiche Analysen durch reibungslosen Datenaustausch

Durch einen ungehemmten Datenaustausch werden dann statistische Analysen möglich, um Trends oder Muster in den Daten zu erkennen. Daraus lasse sich Erkenntnisse für die Optimierung der Fertigungsprozesse ableiten. Eine konkrete Anwendungsmöglichkeit dafür ist etwa die Überwachung des Werkzeugverschleißes in der Produktion. Durch kontinuierliche Messung und Datenanalyse können Abweichungen bei der Produktqualität aber frühzeitig erkannt werden. Wenzel-Schinzer, der neben seiner Position als CDO der Wenzel Group auch eine Professur für BWL, Business Consulting und Prozessmanagement im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und Informationswissenschaften der Hochschule Merseburg innehat, dazu: „Diese Daten fließen direkt in statistische Modelle ein, die präzise Vorhersagen über den optimalen Austauschzeitpunkt eines Werkzeugs liefern – das reduziert Stillstandzeiten und Materialverschwendung.“

Damit die Arbeit mit den Maschinendaten zielführende Ergebnisse liefert, sind jedoch einige Hürden zu nehmen. „Eine zentrale Herausforderung ist die Harmonisierung von Datenformaten und Protokollen, um herstellerübergreifende Interoperabilität zu gewährleisten“, erklärt Wenzel-Schinzer. Hinzu komme der sichere Umgang mit sensiblen Daten in einer vernetzten Umgebung – vor allem im Hinblick auf Cyber Security. Außerdem erfordere die Integration von Standards wie OPC UA eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Branchenakteuren. Das ist der Punkt, an dem dann auch die Verbände ins Spiel kommen.

Jedes Werkstück hat seine eigenen Anforderungens

Ein weiteres konkretes Anwendungsbeispiel ist der sogenannte Closed Loop zwischen Messmaschinen und Anlagen des Verzahnungsspezialisten Klingelnberg, der in Hückeswagen im Bergischen Land sitzt. Alexander Troska, Gesamtleiter Softwareentwicklung bei Klingelnberg, beschreibt den Prozess so: „Die Schleifmaschine fertigt Verzahnungen mit der gewünschten Qualität. Aufgrund von Verschleiß der Werkzeuge laufen Parameter langsam weg. Auf unseren Präzisionsmessmaschinen werden deshalb regelmäßig Messungen an soeben gefertigten Werkstücken durchgeführt, Trendentwicklungen ermittelt und Gegenmaßnahmen eingeleitet.“

Auf den Klingelnberg-Zahnradschleifmaschinen wird dabei eine Vielzahl von Daten erfasst. Dazu gehören niederfrequente Zustandsdaten, hochfrequente Regelungsdaten sowie Prozesseinstellungen. Die Daten bringt man dann mit Mess- und Testresultaten der Zahnräder in der Gearengine, einer eigenen Plattform von Klingelnberg, zusammen, wie es weiter heißt. Diese Datenintegration könne dann umfangreiches Wissen zu Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen bei der Analyse von Qualitätsproblemen liefern. Um aber ein optimales Ergebnis zu erzielen, sind nach Erfahrungen der Experten umfangreiche Kenntnisse des gesamten Herstell- und Messprozesses notwendig. Denn jedes Werkstück habe eigene Anforderungen an Qualität, Takt- und Rüstzeit. Bei der Auswertung der Daten helfen aber auch stets noch Erfahrung und Kenntnis der unterschiedlichen Fertigungsprozesse. Aber auch künstliche Intelligenz (KI) wie machine Learning (ML) komme schon zum Einsatz, und die Arbeit zu unterstützen.

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