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Diese Maßnahmen helfen gegen den Fachkräftemangel

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Der 3-Schicht-Betrieb läuft auch ohne Fachkräfte

Mit dem neuen digitalen Geschäftsmodell Pay per Part hat der Werkzeugmaschinen-Bauer Trumpf außerdem ein spezielles Angebot für Unternehmen mit hoher Auftragslage, die mit Personalnot zu kämpfen haben. Trumpf bietet das Modell etwa für den Laservollautomaten Trulaser Center 7030 an. Kunz erklärt: „Die Maschine steht dabei in der Halle des Kunden, gehört aber der Trumpf-Bank und wird von den Trumpf-Experten am Standort Neukirch mithilfe remote betrieben.“ Der Maschinennutzer bezahle dabei einen vorher festgelegten Stückpreis für jedes einzelne Teil. „Das steigert die Produktivität um über 50 Prozent und das Unternehmen kann mannlos im Dreischicht-Betrieb arbeiten“, macht Kunz klar.

Der Trend hin zur vollautomatisierten Anlage werde zwangsläufig früher oder später kommen. Davon ist man auch bei den Grob-Werken überzeugt. Müller merkt an: „Bereits heute ist der Automatisierungsgrad der Maschinen um ein Vielfaches höher als noch vor einigen Jahren.“ Auch die Digitalisierung rücke in den vergangenen Jahren immer mehr in den Vordergrund und könne in einigen Bereichen den Fachkräftemangel abmildern, weil gewisse Aufgaben von ihr übernommen würden.

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Trotz pfiffigster Automatisierung bleibt der Mensch wichtig

Automatisierung hin oder her, um eine reibungslose Produktion zu gewährleisten, braucht es weiterhin den Menschen. Um das Problem Fachkräftemangel langfristig anzugehen, muss deshalb auf eine gute Ausbildung geachtet werden. „Die Politik und das Bildungssystem sind gefordert, die schrumpfende Grundgesamtheit der überhaupt zur Verfügung stehenden qualifizierten Arbeitskräfte zu erhöhen“, fordert etwa Professor Jens Wulfsberg, Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP), in der sich führende Experten der Produktionswissenschaft zusammengeschlossen haben.

Die Ingenieurswissenschaftler der WGP hatten kürzlich auf ihrer Frühjahrstagung in Schwerin Alarm geschlagen. Denn seit gut fünf Jahren sinkt in Deutschland die Zahl der Studienanfänger in den Ingenieurswissenschaften deutlich. Wulfsberg warnt: „Das betrifft auch unsere Industrie, die schon heute große Schwierigkeiten hat, gut ausgebildeten Nachwuchs zu finden.“ Und damit sei es letztendlich ein Problem für unsere Gesellschaft, deren Wohlstand bekanntermaßen auf dem produzierenden Gewerbe gegründet sei. Das Problem ist bei den Unternehmen aber schon angekommen. Denn der Nachwuchsmangel ist für viele eine der größten Herausforderungen – größer als Energiekrise und Lieferkettenengpässe. Unternehmen sollten nach seiner Ansicht mit einem echten, gelebten Wertesystem für junge Menschen attraktiv sein oder werden.

Aus- und Weiterbildung gegen Fachkräftemangel

Auch Andre Wilms, Mitglied der Geschäftsleitung der Nachwuchsstiftung Maschinenbau gGmbH, zeigt sich davon überzeugt, dass technische Werkzeuge wie Fernwartung oder Vollautomation nicht ausreichen werden, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Stiftung des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus mit Sitz in Frankfurt am Main hat sich deshalb die Förderung der Ausbildung von Fachkräften in ihrer Branche auf die Fahnen geschrieben.

„Qualifizierte Fachkräfte sind der Garant für unseren technologischen Fortschritt. Um die digitale Transformation auf hohem Niveau zu vollziehen, müssen Unternehmen ihre Aus- und Weiterbildungsaktivitäten deutlich verstärken“, empfiehlt Wilms. Der Mehrwert der Ausbildung liege in der Entdeckung und Entwicklung von Talenten, die dabei einen starken Bezug zum Unternehmen entwickeln sollten. „Technische Rafinessen, wie die Automation von Produktionsprozessen, können dabei helfen, das Fachkräftepotenzial im Unternehmen gezielter einzusetzen und den Fachkräftemangel zu einem gewissen Anteil zu kompensieren“, so Wilms.

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