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Diese Maßnahmen helfen gegen den Fachkräftemangel

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Deshalb lohnt sich der „Griff“ zum Recruitingnetzwerk

Unterdessen vergrößert der demografische Wandel den Mangel an Fachkräften weiter. In den kommenden zehn Jahren werden laut Wilms mehr Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt aus Altersgründen verlassen, als neue Kräfte zufließen. Laut Fachkräftemonitor NRW fehlen allein dadurch im Jahr 2035 etwa 25 Prozent der technischen Fachkräfte im Maschinenbau. „Die Nachwuchsgewinnung muss zukünftig durch die gesamte Branche gestaltet werden“, fordert Wilms. Außerdem macht der Experte diesen konkreten Vorschlag: „Unternehmen könnten vermehrt auf Recruitingnetzwerke setzen und gute Bewerber, die nicht selbst ausgebildet werden können, innerhalb ihres Netzwerkes weiterempfehlen. So bleibt das Fachkräftepotenzial in der Branche.“

Derweil können kreative Ausbildungskonzepte dabei helfen, aktuelles Fachwissen effizient weiterzugeben. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, brauche es deshalb flexible Qualifizierungskonzepte, die mit den rasanten technologischen Entwicklungen Schritt halten könnten. Die Lernplattform MLS, die Abkürzung steht für „Mobile Learning in Smart Factories“, etwa soll das Lernen durch die Anbindung externer Partner, wie Maschinen- und Softwarehersteller oder Content-Verlage, erleichtern, wobei Wissen aus erster Hand konsumieret werden können. Die Lerninhalte seien frei kombinierbar und an die betriebsspezifischen Bedingungen anpassbar. Außerdem könnten eigene Inhalte importiert, mit einem didaktisch gestützten Autorentool selbst erstellt, oder mit anderen Organisationen geteilt werden. Das sorgt laut Wilms dafür, dass immer aktuelles Wissen in die Aus- und Weiterbildung der Unternehmen gelangt und Arbeitnehmende bedarfsgerecht qualifiziert werden können.

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Mehr Produktivität ohne zusätzliches Personal

Auch die Hersteller von Produktionsmaschinen haben die Schulung von Maschinenbedienern mittlerweile selbst in die Hand genommen. „Im Bereich Maschinenbedienung haben wir verschiedene Angebote, in denen dem Bediener so einfach, schnell und effektiv wie möglich beigebracht wird, unsere Maschinen intuitiv bedienen zu können“, präzisiert Müller. Die Kunden könnten dabei aus unterschiedlichen Modulen die für ihre Mitarbeiter passende Schulung auswählen. Auch bauten die Grob-Werke in allen Produktionsstandorten die Schulungsabteilungen kontinuierlich aus. Darüber hinaus stelle Grob in Abstimmung mit den Kunden Grob-Fachpersonal bei kritischen Anlaufproduktionen zur Verfügung.

Und was Trumpf betrifft, so bietet das Unternehmen derweil weltweit Schulungen zu allen Disziplinen der Blechfertigung an. Das Spektrum reicht von der Teilekonstruktion bis hin zur digitalen Fertigungssteuerung. Außerdem hat der Laserspezialist im vergangenen Jahr mit der Smart Factory Consulting GmbH eine eigene Unternehmensberatung gegründet, die andere auf dem Weg zur vernetzten Fertigung begleitet. „So lassen sich Produktivitätspotenziale heben, ohne zusätzliches Personal einzustellen“, betont Trumpf-Manager Kunz.

Die richtige Software hält Mitarbeiterkapazitäten frei

Für produzierende Unternehmen im Ausland, darunter Player in den USA oder China, sei der Zugang zu qualifizierten technischen Fachkräften besonders schwierig. Können Werkzeugmaschinen-Bauer ihren Kunden zur Linderung des Fachkräftemangels in den wichtigen Auslandsmärkten spezielle Gegenmaßnahmen überhaupt anbieten? Ja! Denn große, international aufgestellte Anbieter wie Trumpf halten dafür Ressourcen bereit. Beispielsweise könnten Anwender mit der Trumpf-Software Oseon ihre Fertigung digital planen und steuern. „Das schont die Kapazitäten der Mitarbeiter, weil sie sich etwa um die Planung des Materialtransports keine Gedanken machen müssen“, verspricht Kunz. Mit der Nutzung eines Automatic Guided Vehicles besteht zudem die Chance, auch den Materialtransport selbst zu automatisieren, heißt es weiter. Außerdem stelle die Software dem Personal in der Fertigung auf einem Tablet alle relevanten Informationen zum nächsten Arbeitsschritt in ihrem Arbeitsumfeld übersichtlich bereit. Das reduziere Fehler, neue Mitarbeiter könnten schneller ihre Tätigkeit aufnehmen.

Automatisierung und Digitalisierung helfen aber nur begrenzt ...

Auch die Grob-Werke bieten Kunden in den Auslandsmärkten Schulungen für ihre Produkte an, um so das Personal bestmöglich auf die Bedienung unserer Anlagen vorzubereiten, so Müller. Doch auch er wisse, dass Schulungen durch die Unternehmen und technische Möglichkeiten wie Vollautomation nur begrenzt helfen, wenn Fachkräfte fehlten. „Die Suche nach Fachkräften können wir natürlich nicht übernehmen, das muss jedes Unternehmen für sich selbst tun“, wie Müller abschließend klarmacht. (pk)

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