MM entertaint Donuts vollautomatisiert prüfen

Von Mag. Victoria Sonnenberg 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Simulationsanlage einer Donut-Fertigung soll zeigen, wie Roboter Prozesse in der Lebensmittelindustrie effizienter gestalten können. Simuliert wird dabei alles: vom Backprozess über das Glasieren und die Bestreuselung bis hin zum Verpacken.

Bilder einer Flächenkamera vom Typ Genie Nano von Teledyne Dalsa werden an der zweiten Bildverarbeitungsstation verwendet, um die Farbe, die komplette Form sowie die Toppings der Donuts mit all ihren Variationen von oben zu kontrollieren.(Bild:  Teledyne Dalsa)
Bilder einer Flächenkamera vom Typ Genie Nano von Teledyne Dalsa werden an der zweiten Bildverarbeitungsstation verwendet, um die Farbe, die komplette Form sowie die Toppings der Donuts mit all ihren Variationen von oben zu kontrollieren.
(Bild: Teledyne Dalsa)

Sie haben eine braune, rosafarbene oder helle Glasierung, verfügen über Streusel, ein anderes oder gar kein Topping: Es sind nur Donut-Attrappen aus Kunststoff, die am Fanuc-Standort Meinerzhagen über das Band der Simulationsanlage einer Donut-Fertigung laufen, doch die Anlage funktioniert auch mit echten Backwaren, ist sich Christian Schulte, Manager Sales West Germany Sales Center von Fanuc, sicher: „Mit dieser Simulation einer vollautomatischen Fertigung im Bereich der Lebensmittelindustrie stellen wir den kompletten Ablauf vom Backprozess über das Glasieren und die Bestreuselung von Donuts bis hin zum Verpacken der fertigen Lebensmittel dar. Unsere Roboter übernehmen dabei vollautomatisch wiederkehrende Tätigkeiten wie das Einsetzen der für gut befundenen Donuts in die Verpackungen und ermöglichen somit äußerst effiziente Abläufe.“

Auf dem Weg bis ans Ende der Linie passieren die Backprodukte diverse Kontrollsysteme, die nach jedem einzelnen Prozessschritt überprüfen, ob die Qualität den festgelegten Anforderungen entspricht. In der Fanuc-Anlage übernehmen dabei zwei Bildverarbeitungssysteme von Teledyne Dalsa die Inspektion der Donuts. Für die Auswahl und Integration der optimalen Bildverarbeitung in der Anlage zeichnete die Cretec Cybernetics verantwortlich, die mittlerweile von der im Juni 2023 neu gegründeten Vision On Line GmbH in Langenselbold übernommen wurde.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

„Cretec Cybernetics hatte bei dieser Aufgabe die Projektleitung übernommen und von der Integration der Kamera-Technologie über die Auswahl der geeigneten Bildverarbeitungskomponenten bis hin zur Programmierung der Bildauswertung das komplette Thema Bildverarbeitung verantwortet. Hinzu kam die Roboterprogrammierung in enger Zusammenarbeit mit unseren Experten bei Fanuc“, berichtet Schulte.

Prüfung in 2D und 3D

Für die Fehlerprüfung an den Donuts kommen zwei nacheinander geschaltete Inspektionssysteme zum Einsatz, erläutert Andreas Schaarschmidt, Geschäftsführer Vision On Line: „An der ersten Station prüfen wir die Donuts dreidimensional von unten und können damit unter anderem erkennen, ob an der Unterseite der Produkte Stücke fehlen, ob unerwünschte Vertiefungen vorhanden sind und ob die Auflagefläche dem gewünschten Backergebnis entspricht.“ Diese Aufgabe übernimmt ein 3D-Profilsensor der Z-Trak-Serie von Teledyne Dalsa, der sich durch seine Auflösung von 2.048 Bildpunkten pro Profil sowie seine robuste, kompakte Bauweise mit IP67-Gehäuse auszeichnet. Z-Trak arbeitet mit einem integrierten Laser auf Basis der bewährten Triangulationsmethode.

Mit Lasertriangulationssystemen scannt man Prüfobjekte linienmäßig ab. Dadurch reicht uns im Fall der Donut-Prüfanlage ein ganz schmaler Spalt zwischen zwei Transportbändern, um die Backwaren von unten in drei Dimensionen sauber zu untersuchen.

Andreas Schaarschmidt, Geschäftsführer Vision On Line

Als zweite Station zur Inspektion der Donuts kommt ein 2D-Bildverarbeitungssystem zum Einsatz, das auf einer Genie-Nano-Flächenkamera von Teledyne Dalsa mit 5GigE-Interface und einer Auflösung von 20 Megapixeln basiert. „Mit dieser deutlich höheren Auflösung lassen sich auch Farben, die komplette Donut-Form sowie die Toppings mit all ihren Variationen von oben kontrollieren“, betont Schaarschmidt. „Insbesondere die Untersuchung des Bräunungsgrades, die eine exakte Unterscheidung der erkannten Graustufen erfordert, lässt sich mit diesem 2D-System zuverlässiger realisieren als in 3D.“

Ein wichtiger Vorteil unserer Simulation besteht darin, dass nicht den Anforderungen entsprechende Backwaren schon frühzeitig im Prozess erkannt werden. Dadurch wird eine Rückführung fehlerhafter Donuts in den Backprozess möglich, um beispielsweise den Teig falsch geformter und noch nicht glasierter Produkte noch zu nutzen, anstatt ihn zu entsorgen.

Christian Schulte, Manager Sales West Germany Sales Center Fanuc

Das System ermöglicht zudem zeitnahe Rückschlüsse und die schnelle Erkennung wiederkehrender Hauptfehler sowie eine zuverlässige Unterstützung bei der Frage, an welchen Stationen im Prozess Parameter nachgestellt oder Werkzeuge überprüft werden müssen. Ganz im Sinne von Predictive Maintenance können Anwender somit frühzeitig reagieren, noch bevor der Ausschuss zu hoch wird.

All diese Faktoren tragen generell dazu bei, die Gesamtwirtschaftlichkeit von Produktionsanlagen zu erhöhen, und das gilt nach Schultes Worten nicht nur für Systeme in der Lebensmittelbranche: „Wir sind davon überzeugt, dass ähnliche Anlagen vielen Herstellern in verschiedensten Industriebereichen dabei helfen können, ihre Prozesse zu rationalisieren und so ihren Gewinn zu optimieren.“

„Zur Kontrolle anderer Objekte ist es zwar erforderlich, zunächst die Anforderungen an die Bildverarbeitung zu überprüfen und dann die optimalen Systeme für die jeweilige Aufgabe auszuwählen, aber tatsächlich könnten auf einer ähnlichen Anlage auch völlig andere Produkte inspiziert werden“, pflichtet Schaarschmidt bei.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:49793893)