VDMA/VDW Dr. E. h. Bernhard Kapp verstorben

Redakteur: Jürgen Schreier

Dr. E. h. Bernhard Kapp, Präsident des VDMA von 1978 bis 1981 und Vorsitzender des VDW von 1971 bis 1999 ist am 13. Juli 2014 in Coburg im Alter von 93 Jahren gestorben.

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Dr. E.h. Bernhard Kapp: „Technik ist das Produkt des höchst entwickelten menschlichen Geistes, der Maschinenbau das Resultat von Erfindungsgabe, Handfertigkeit, Fleiß und Organisationstalent.“
Dr. E.h. Bernhard Kapp: „Technik ist das Produkt des höchst entwickelten menschlichen Geistes, der Maschinenbau das Resultat von Erfindungsgabe, Handfertigkeit, Fleiß und Organisationstalent.“
(Bild: Kapp)

Dr. E. h. Bernhard Kapp, der Grandseigneur der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie, war in seinem langen, erfolgreichen Wirken ein unermüdlicher und überzeugender Botschafter für die deutsche Maschinenbauindustrie, insbesondere auch als Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in den Jahren 1971 bis 1999.

Techniker aus Leidenschaft

Kapp gehörte zu den für den Maschinenbau typischen Mittelständler. „Von dort“, sagte Kapp einmal im Interview, „kommen immer wieder neue Ideen, neue Lösungen und neue Produkte, weil wir nicht am kurzfristigen Erfolg interessiert sind, sondern mittel- und langfristig denken und handeln.“ Bernhard Kapp hat sein eigenes Unternehmen mehr als 50 Jahre geführt.

Er war Techniker aus Leidenschaft. „Technik ist das Produkt des höchst entwickelten menschlichen Geistes, der Maschinenbau das Resultat von Erfindungsgabe, Handfertigkeit, Fleiß und Organisationstalent“, sagte er in einer seiner Reden als VDMA-Präsident.

1975 übernahm er im VDMA den neu gegründeten zentralen Technik-Ausschuss, in dem alle den Verband berührenden technischen Grundsatzfragen behandelt wurden. Unter der Präsidentschaft von Kapp machte sich der VDMA zum Sprecher derjenigen, denen die ganze Richtung der Umverteilung von Investitionsmitteln im Bereich der Industriellen Foschung und Entwicklung nach dem Ermessen der Staatsbürokratie nicht passte.

Unermüdlicher Kämpfer gegen Staatsbürokratie und Subventionen

Kapp ließ keine Gelegenheit aus, diese fundamentale Fehlentwiclung in einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung zu kritisieren. Er kämpfte gegen die Aushöhlung unternehmerischer Eigenverantwortung und für freien Wettbewerb. „Wir müssen als Unternehmer und Verfechter einer freien Marktwirtschaft die Kraft aufbringen, uns öffentlich gegen Subventionen zu wenden“, forderte er immer wieder.

Er betrachtete es als „Unding, wenn man das Geld, das vorher allen tüchtigen Unternehmen in Form von Steuern und Abgaben weggenommen wurde, nach Abzug immenser Verwaltungsaufgaben und Kosten an die verteilt, die sich je nach ihren zur Verfügung stehenden Möglichkeiten mehr oder weniger erfolgreich durch das Gestrüpp der Förderungsbürokratie gekämpft haben.“

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