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Zusätzlicher Korrosionsschutz lässt sich selten vermeiden
Diese Werkstoffe haben ohne einen ausreichenden Oberflächenschutz allerdings die Eigenschaft, bei Anwendung in feuchter Umgebung oder bei Kontakt mit chemisch aggressiven Medien zu korrodieren. Die Korrosion führt dann allmählich zum Werkstoffbruch. Eine Ausnahme bilden dabei die Sonderwerkstoffe, die extrem hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Bei sehr hohen Temperaturen (über 300 °C) werden die funktionellen Beschichtungen in der Regel zerstört.
Bei den anderen Drahtwerkstoffen ist ein zusätzlicher Korrosionsschutz erforderlich. So kann man die Werkstoffe mit entsprechenden Beschichtungen schützen, zum Beispiel mit galvanischen Schichten, Lacken oder polymeren Überzügen (Bild 3). Die Anwendung von Beschichtungsverfahren bedarf jedoch werkstoff- und prozesstechnischen Know-hows:
- Galvanische Beschichtungsverfahren führen zur Wasserstoffversprödung: Wasserstoffionen dringen in die Metalloberfläche ein. Dem lässt sich teilweise durch eine sogenannte thermische „Wasserstoffentsprödung“ entgegenwirken. Dazu müssen die frisch galvanisch behandelten Teile nochmals für mehrere Stunden im Anlassofen behandelt werden.
Beschichtung der Federn mindestens so kostspielig wie das Lackieren
- Werden Federn lackiert, bedürfen sie oft einer Vereinzelung und einer Aufhängung in Gestellen durch Automaten oder von Hand. Beides kann sehr kostenintensiv sein. Außerdem handelt es sich bei Lackschichten um keinen passiven ionischen Überzug. Ausnahmen bilden neue Beschichtungsstoffe und -verfahren, zum Beispiel eine Produktentwicklung des Beschichtungs- und Prozessspezialisten Dörken in den USA. Polymere, dickwandige Überzüge sind als Korrosionsschutz für Federdrähte eigentlich eher unüblich. Außerdem ist eine Beschichtung mindestens so kostspielig wie das Lackieren.
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