Drahtfedern

Drahtfedern bleiben trotz Standardisierung auslegungsspezifische Elemente

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Federintegration vereinfacht Baugruppenfertigung

Alle weiteren Beschichtungsverfahren müssen bezüglich der Anwendung und der geschätzten Lebensdauer mit dem Federnhersteller und dem Beschichter abgestimmt und geprüft werden. Eine Besonderheit sind Drähte, die schon nach dem Ziehvorgang eine polymere Korrosionsschutzschicht erhalten. Diese Schicht kann die Korrosion bei oberflächenschonender Weiterverarbeitung und Federmontage außer an den Schnittstellen (Federenden) reduzieren.

Als Alternative zu einer Korrosionsschutzschicht bieten sich sogenannte nichtrostende Drahtlegierungen an. Das sind Werkstoffe mit hohem Chrom- und Nickelanteil. Diese Werkstoffgruppe umfasst neben den üblichen Anwendungen auch nichtrostende Sonderlegierungen für die Lebensmittelindustrie und die Medizintechnik.

Ein ähnliches Spektrum an Werkstoffen und Beschichtungsverfahren bietet sich auch für Federbänder an. So ähneln die Bandwerkstoffe den Federdrähten. Dazu kommen zusätzlich zu den geometrischen Dimensionen Dicke und Breite noch die unterschiedlichen Ausführungen der Schnitt- oder Walzkanten. Einen weiteren Unterschied gibt es bei den Ausführungen in der Werkstoffharte, die quasi eine Wissenschaft für sich ist.

Auch Sonderformen an Federn automatisch und kostengünstig herstellbar

Heutzutage lassen sich fast alle Sonderformen an Federn automatisch und kostengünstig herstellen. Mittlerweile kann man kaum noch unterscheiden, ob es sich um ein reines Drahtbiegeteil, eine Schenkelfeder oder eine Druckfeder handelt. Häufig gibt es Mischformen aus zwei oder drei Grundfederarten.

Das Konstruktionselement Feder führt oftmals zur Einsparung mechanischer Bearbeitungsprozesse an angrenzenden Bauteilen oder Baugruppen. Bekanntlich geht es immer um eine Optimierung der Kosten und Massen der Gesamtbaugruppe ohne Einschränkung der geplanten Funktion. Systementwickler und -konstrukteure sollten daher so zeitig wie möglich einen Federspezialisten in den Entwicklungsprozess einbeziehen. Durch gemeinsame Entwicklung der Einzelteile kann die Gesamtbaugruppe frühzeitig optimiert werden.

Werner Siche ist Geschäftsführer der FWH Federnfabrik Wilhelm Hesse GmbH in Neugersdorf.

(ID:301990)