Verfahrensintegration Drehen und Walzfräsen erstmals auf einer Werkzeugmaschine kombiniert
Die Verbindung verschiedener Fertigungsverfahren auf einer Maschine bietet ein beachtliches Potenzial für die Wirtschaftlichkeit – vor allem, wenn in einer Aufspannung verschiedene Bearbeitungsoperationen durchgeführt werden können, für die sonst mehrere Maschinen notwendig sind. Mit der VSC 400 WF von Koepfer gelang jetzt die Integration von vollwertigem Wälzfräsen und einspindligem Drehen.
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Werden heute radförmige Verzahnungen hergestellt, wird zunächst die erste Seite und im Anschluss die zweite Seite bearbeitet. Für das Wälzfräsen im nächsten Arbeitsgang muss das Werkstück auf eine Wälzfräsmaschine gespannt werden. Stehen dann noch weitere Bearbeitungen wie Öllochbohrungen an, wird eine dritte Maschine notwendig. Ein zeitaufwändiges Verfahren also, das insbesondere im Hinblick auf Durchlaufzeiten nicht immer wirtschaftlich ist.
Neue Werkzeugmaschine integriert zwei Fertigungsverfahren
Erhebliche Vorteile bringt hier die Kombination Drehen und Wälzfräsen auf einer Maschine. Mit der VSC 400 WF ist es dem Unternehmen Koepfer gelungen, den Anwendern zwei vollwertige Maschinen in einer zu bieten. Die VSC 400 WF baut auf dem doppelwandigen Pickup-Prinzip der Emag-Einspindel-Drehmaschinen auf und verfügt so über einen vollwertigen Revolver.
Die mechanische Stabilität, unter anderem durch den doppelwandigen Aufbau und die elektronische Wälzkopplung, sind gleichzeitig die Voraussetzung für höchste Präzision. Die Komponenten für das Wälzfräsen basieren auf den Erfahrungen und dem Know-how von Koepfer.
Werkzeugmaschine behandelt Drehen und Walzfräsen gleichwertig
Das Besondere an der VSC 400 WF ist, dass beide Operationen, also das Drehen und Wälzfräsen, gleichwertig sind. So lassen sich bei radförmigen Werkstücken in einer Aufspannung die zweite Seite drehen und die Zahngeometrie fräsen. Das heißt, der Anwender verfügt über zwei vollwertige Maschinen, die bei wechselndem Teilespektrum entsprechend zum Einsatz kommen können. Ist in einer dritten Stufe noch eine Zusatzbearbeitung wie zur Verzahnung orientiertes Fräsen oder Bohren oder ein Entgraten notwendig, kann dies über Hilfswerkzeuge im Revolver erfolgen.
Die Zerspanung in einer Aufspannung hat zusätzlich zur Zeiteinsparung das Unterbinden von Umspannfehlern als Vorteil. Die Maschine ist für radförmige Werkstücke mit einem Durchmesser bis 230 mm und Modul 4 ausgelegt. Zudem wurde sie mit einer Siemens Sinumerik 840D ausgerüstet.
Koepfer zählt zu den führenden Herstellern von Wälzfräsmaschinen für hochpräzise Verzahnungen, unter anderem für Bauteile in Elektrowerkzeugen, Getriebemotore, Planetengetriebe sowie für die Zulieferindustrie. Von dem Unternehmens-Know-how in der horizontalen Bauweise profitiert die erste Vertikalmaschine aus Villingen-Schwenningen in Sachen Automatisierung. Standardisierte Schnittstellen ermöglichen die Anbindung von Palettensystemen, Portalen oder Robotern.
Dr.-Ing. Thomas Koepfer ist Geschäftsführer der Jos. Koepfer & Söhne GmbH in 78120 Furtwangen
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