Dörries Scharmann Drehmaschinen-Großauftrag aus Russland

Redakteur: Stéphane Itasse

Der russische Ventilhersteller Penztyazhpromarmatura hat bei der Dörries Scharmann Technologie GmbH (DST) zwei große Vertikaldreh-Bearbeitungszentren geordert. Laut einer Mitteilung des Mönchengladbacher Werkzeugmaschinen-Herstellers vom Freitag leisten die Bearbeitungszentren mehr als drei bis vier konventionelle Werkzeugmaschinen. Zum Auftragsvolumen machte DST keine Angaben.

Anbieter zum Thema

Die Bearbeitungszentren von DST minimieren die aktuellen Engpässe bei Penztyazhpromarmatura und Probleme mit Qualitätseinbußen, hohen Rüstzeiten, großem Personalbedarf und geringer Produktivität. Jedes Ventil wird von nur einem Vertikaldreh-Bearbeitungszentrum Dörries Contumat VC 4000/350 MC V oder Contumat VC 3600/300 MC V bearbeitet und dies in nur zwei Aufspannungen. Die konzeptionelle Basis bilden Vertikal-Drehmaschinen, weil der Großteil der kritischen spanenden Bearbeitungen aus Drehen besteht.

Die Bearbeitungszentren haben zur rationellen Bearbeitung zusätzlich eine Bohr- und Fräseinrichtung sowie eine hochgenaue C-Achse am Tisch; außerdem sind sie mit einem in der Y-Achse verfahrbaren Drehtisch zum Längsfräsen ausgestattet. Über einen 37 kW-Antrieb können die Anwender Bohr- und Fräsoperationen ausführen.

Ein Pickup-Magazin stellt Universal- und Winkelfräsköpfe zur Verfügung. Bei Bedarf steht auch eine 510 mm lange Vorsatzspindel bereit. Ebenfalls einwechselbar ist ein NC-gesteuerter Winkel-Planscheibenkopf für besonders diffizile Bearbeitungsaufgaben. Der Unterschied der beiden technisch gleichartig ausgestatteten Bearbeitungszentren liegt im Bearbeitungsdurchmesser: 4000 mm bei der Contumat VC 4000/350 MC V und 3600 mm bei der Contumat VC 3600/300 MC V.

Penztyazhpromarmatura produziert mit rund 2300 Mitarbeitern vorwiegend Ventile von 50 bis 1500 mm Nenngröße für Medien wie Gas, Wasser, Öl und Chemikalien. Die unterschiedlichen Medien und Anwendungen in Pipelines, Kraftwerken, Chemie und Offshore erfordern Werkstoffe wie Guss, niedrig und hoch legierten Stahl sowie Titan. Die verschiedenen Bauarten, beispielsweise Kugel-, Klappen-, Sperr- und Schieberventile wirken sich in sehr spezifischen Konstruktionen aus.

Für die mechanische Bearbeitung bedeutet das Dreh-, Bohr- und Fräsoperationen. Bisher waren dafür mehrere Maschinen mit unterschiedlichen Zerspanungstechniken üblich. Dies führte jedoch zu häufigem Umrüsten der Werkstücke mit Zwischentransporten zu den jeweiligen Werkzeugmaschinen.

DST geht davon aus, dass die beiden Bearbeitungszentren im Februar und März 2009 in Penza aufgebaut werden. Allein der Transport der jeweils rund 220 t schweren Bearbeitungszentren an den 700 km südöstlich von Moskau gelegenen Ort wird vier Wochen dauern. Die Bearbeitungszentren werden dazu in ihre Baugruppen zerlegt und seemäßig verpackt. Montiert warten sie jeweils mit Maßen von 13 m x 14,5 m x 11 m auf.

(ID:257173)