Peter Lehmann Drei plus zwei als Alternative für Fünf-Achs-Bearbeitungszentren

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Für die Fünf-Seiten-Bearbeitung sind vertikale Drei-Achs-Zentren mit aufgesetzten Rundachsen häufig wirtschaftlicher, kompakter und flexibler als Fünf-Achs-Bearbeitungszentren.

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Bild 1: Vertikale Drei-Achs-Fräszentren mit aufgesetzter vierter oder fünfter Achse sind im Vergleich zu komplexen Fünf-Achs-Zentren in vielen Fällen flexibler, effizienter in der Produktion und kostengünstiger in der Anschaffung. (Bild: PL Lehmann)
Bild 1: Vertikale Drei-Achs-Fräszentren mit aufgesetzter vierter oder fünfter Achse sind im Vergleich zu komplexen Fünf-Achs-Zentren in vielen Fällen flexibler, effizienter in der Produktion und kostengünstiger in der Anschaffung. (Bild: PL Lehmann)

Während für das Erzeugen von freigeformten Flächen Fünf-Achs-Simultan-Bearbeitungszentren nahezu unerlässlich sind, stellen für die herkömmliche Fünf- Seiten-Bearbeitung vertikale Drei-Achs-Zentren mit aufgesetzten Drehtischen (Bilder 1 bis 4 – siehe Bildergalerie) eine vorteilhafte Alternative dar, so die Peter Lehmann AG. Sie überzeugen hinsichtlich Beschaffungskosten, Zugänglichkeit, Platzbedarf, Energieverbrauch und vielem mehr.

Nur 10% aller Arbeiten sind Simultan-Bearbeitungen

In den letzten Jahren lagen Fünf-Achs-Bearbeitungszentren stark im Trend: Doch es mehren sich die Stimmen, die sagen: Fünf-Achs-Simultanbearbeitung ist für viele Einsatzfälle schlicht unnötig und unwirtschaftlich. Denn 90% aller auf Fünf-Achs-Bearbeitungszentren ausgeführten Arbeiten sind reine Fünf-Seiten-Bearbeitungen, für die dreiachsige Vertikalzentren mit aufgesetzter vierter und – wenn notwendig – fünfter Achse die produktivere Lösung darstellen.

Dieser Meinung ist auch die Peter Lehmann AG. Dafür gibt es schlagkräftige Argumente. So haben aufgesetzte Achsen den grundsätzlichen Vorteil, dass man sie auch demontieren kann. Genügt eine dreiachsige Bearbeitung, lässt sich der gesamte Maschinenraum frei machen für große und sperrige Werkstücke.

Doch eins vorne weg: Wer Turbinenschaufeln, Impeller, Formwerkzeuge oder andere freigeformte Teile fräsen muss, ist sicher mit einem simultan arbeitenden Fünf-Achs-Zentrum gut beraten. Derartige Anforderungen können Drei-plus-zwei-Achs-Fräsmaschinen – abhängig von der Teilegröße - weniger optimal bewältigen.

Bei üblicher Fünf-Seiten-Bearbeitung sieht der Leistungsvergleich anders aus.

Ein aufgesetzter Drehtisch hat niedrige Störkanten

Zumindest bei kleinen und mittelgroßen Teilen hat ein vertikales Drei-Achs-Fräszentrum mit aufgesetzter vierter oder fünfter Achse einige Vorteile. Weil bei Fünf-Achs-Maschinen die vierte und fünfte Achse zumeist im Tisch liegen, sind fürs Bearbeiten kleiner und mittelgroßer Teile die durch den Maschinentisch verursachten Störkanten hoch. Das erfordert eine erhöhende Vorrichtung fürs Werkstück oder zumindest lange Werkzeuge.

Beides geht auf Kosten der Stabilität, fördert Vibrationen und mindert letztendlich die Präzision und Leistung der Maschine. Wird das Werkstück in einem aufgesetzten Drehtisch gespannt, sind die Störkanten deutlich niedriger, wodurch sich kurze, schwingungsarme Werkzeuge verwenden lassen.

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